Branchengeschehen

Unglaublich, aber wahr. Eine etwas andere Methode zum Bierbrauen entwickelte Michael Fey. Der Kaplan aus Oberhausen benutzt eine umgebaute Waschmaschine, um seinen Durst auf den Gerstensaft zu stillen. Mit einem eigenen Computerprogramm und Laptop braut Fey viermal jährlich jeweils 20 Liter Bier in der zweckentfremdeten Waschtrommel.
Die Stiftung Warentest kommt in ihrer Ausgabe 7/99 bei einem Test von Orangensaft zu dem Ergebnis, daß Direktsäfte nicht besser sind als Säfte aus Konzentrat.
Die schlechteste Bewertung mußte der teuerste Direktsaft vom Reformhausvermarkter Rabenhorst hinnehmen. Wie die Tester berichteten wurde im Labor ein Fehlaroma – ein Hinweis auf Verderbnis – festgestellt. Mit “gut” bewertet wurden bei den Säften ohne Fruchtfleisch GraniniTrinkGenuß, Aldi/rio d’oro, Beckers Bester und Klindworth. Bei den Säften mit Fruchtfleisch hingegen wurde mit “gut” nur Aldi fruchtoase bewertet und aus dem Kühlregal Tropicana Pure Premium.
Unter den Top Ten der weltgrößten Weinunternehmen befinden sich mit der Henkell & Söhnlein Gruppe (521 Mio. $) auf Rang 5, der Reh-Gruppe (500 Mio. $) auf Rang 6 und der WIV (480 Mio. $) auf Rang 8 drei deutsche Unternehmen. Spitzenreiter ist der französische Konzern LVMH (1.462 Mio. $), gefolgt von E. & J. Gallo (1.428 Mio. $). Dieses ist ein Ergebnis der Studie “The World Wine Business” der Rabobank International, Frankfurt.
Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), Nürnberg, empfiehlt derzeit mittelständischen Unternehmen eineabwartende Haltung zum Thema E-Commerce im Internet. Als absolute Pflicht bezeichnet die GfK aber den Aufbau und die Betreuung einer Homepage für die Unternehmenspräsentation. Im Bereich Business-to-Business, also im Handel zwischen gewerblichen Anbietern, seien weltweit schon hohe Umsätze zu verzeichnen. Dagegen dümpelten im Bereich Business-to-Consumer (Verkauf an den Endverbraucher) viele Anbieter vor sich hin. Experten prognostizieren für 1999 sieben Milliarden US-Dollar Internet-Umsatz der Unternehmen untereinander, aber nur etwa 0,4 Milliarden US-Dollar mit dem privaten Verbraucher. Einer GfK-Studie zufolge haben bisher rund drei Prozent der deutschen Bevölkerung oder 2,2 Millionen Deutsche bereits einmal ein Produkt über das Internet bestellt oder gekauft. Über einen grundsätzlichen Zugang zum Internet verfügen aber rund 17 Prozent der deutschen Bevölkerung.
Die generelle Zurückhaltung beim Online-Shopping führt die GfK in ihrer Studie auf folgende Schwächen für den Verbraucher zurück: Gefühl der Unsicherheit beim Zahlungsverkehr, zu hohe Kosten für Telefon- und Internetgebühren, fehlendes Einkaufserlebnis, fehlende soziale Komponente und fehlende schnelle Lieferung. Deshalb empfiehlt die GfK derzeit ausschließlich Anbietern von in digitalisierter Form lieferbarer Produkte zu einem forcierten E-Commerce-Engagement. Alle anderen Unternehmen sollten zunächst dem eigenen Internetauftritt ohne Onlineshop höchste Priorität einräumen.
Der Vorschlag der EU-Ratspräsidentschaft, bei den Mitgliedsstaaten einen ermäßigten Mehrwertsteuersatz in einem Modellversuch bei beschäftigungsintensiven Dienstleistungen zu erproben, wird vom DEHOGA selbstverständlich mehr als begrüßt. Gefordert wird dieses bereits seit Jahren von Frankreich und den Niederlanden.
Entsetzen macht sich unter den deutschen Premiumbrauern breit. Die Rewe-Gruppe hatte im Juli diesen Jahres eine Dauerniedrigpreisaktion mit der Marke König für DM 17,98 gestartet. Befürchtet wird nun ein allgemeines Preisdumping im Handel, welches absolut konträr zur Preispflege der diversen Unternehmen steht.
Der bundesweite Getränkekonsum scheint sich um die 670 Liter jährlich einzupendeln. Rannen 1990 noch stattliche 683 Liter durch die Kehlen, reduzierte sich der Konsum 1997 auf 667 Liter. 1998 war eine Steigerung um zwei auf 669 Literzu verzeichnen. Zu diesem Ergebnis kommt das Münchener Institut für Wirtschaftsforschung (ifo). Zu den Gewinnern zählten 1998 Milch und Tee sowie bedingt Erfrischungsgetränke insbesondere Getränke mit Zusatznutzen, die sogenannten Functional Drinks.
Die Stiftung der Food + Beverage Management Association (FBMA) hat in einer Untersuchung herausgefunden, daß der Standard in deutschen Hotels und Restaurants durchaus verbesserungswürdig ist, aber der häufige Vorwurf, “Deutschland sei eine Dienstleistungswüste“, nicht unbedingt zutrifft.
Der Fragebogen, der in Hotels, Restaurants und im Internet ausgefüllt werden konnte, brachte in der Gesamtbewertung “Deutschland eine Dienstleistungswüste? Wie sehen Sie das?” eine Gesamtenote von “befriedigend plus” (2,7). Klare Spitzenreiter im Vergleich zu anderen Dienstleistern sind mit der Note 2,4 die Hotels und Restaurants.
Am schlechtesten schneidet die Dienstleistungsqualität von städtischen oder staatlichen Ämtern ab (4,2). Die Auswertung der Untersuchung gibt Hinweise, wo der Dienstleistungsstandard verbesserungswürdig ist und wo der “Schuh drückt”: vorwiegend im zwischenmenschlichen Bereich. Die Gäste wünschen sich in Deutschland keine noch bessere Ausstattung oder mehr Sauberkeit. Wichtig sind die “human factors”, wie beispielsweise mehr Freundlichkeit des Personals, ein besseres Eingehen auf Reklamationen sowie mehr Kompetenz und Ausstrahlung. Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis bei Hotels ist ein kritischer Faktor.
Jeder zweite Bewohner hierzulande genießt bewußt seine alltäglichen Freuden, wie beispielsweise ein Glas Bier am Feierabend. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage bei 1.000 Personen die im Auftrage des Deutschen Brauer-Bundes von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) durchgeführt wurde. Besonders bei der jüngeren Generation hat das Gefühl, “sich etwas Gutes zu tun”, einen hohen Stellenwert. Rund vierzig Prozent der befragten 18 bis 29jährigen sind der Meinung, sich bewußt etwas zu gönnen. Psychologen und Mediziner belegen ebenfalls in zahlreichen Studien, daß “Genuß ohne Reue” Streß abbaut und somit zu größerem Wohlbefinden beiträgt. Die Umfrage der Brauer macht zudem deutlich, daß eine positive Einstellung zum Genuß mit einem hohen Gesundheitsbewußtsein einhergeht. Hohe Zustimmung fanden die Ratschläge wie “auf gesunde Ernährung achten” oder “Alkohol nur mäßig trinken”.
Der aktuelle Preiskrieg im Handel wird keine Sieger kennen“, warnte Dr. Peter Traumann, Vorsitzender der Bundesvereinigung der deutschen Ernährungsindustrie (BVE). Nachträglich würden Handel, Industrie und Verbraucher die Nachteile dieses wirtschaftlich unverantwortlichen Handelns spüren.
Mit der bereits seit Jahren praktizierten Reduktion der Verkaufsargumente auf den Faktor Preis verspiele der Handel Chancen und unterschätze die Wünsche der Verbraucher. Hersteller würden durch die Niedrigpreisstrategien weiter unter Druck geraten, mit Gefahren für den Bestand mittelständischer Unternehmen, die Qualität und Vielfalt des Angebotes.
Auch im Handel würde der ruinöse Preiswettbewerb zu einer weiteren Verringerung der Anbieter führen. Die Industrie befürchte ein weiteres Ansteigen des Konzentrationsgrades, der heute bereits bei 84 Prozent liege, bezogen auf die zehn umsatzstärksten Händler. Die Verschleuderung hochwertiger Lebensmittel erfolge zudem in einer Zeit, in der das Verbrauchervertrauen durch den belgischen Dioxin-Skandal nachhaltig erschüttert worden sein.
Gerade deshalb wären gemeinsame Anstrengungen von Industrie und Handel notwendig, um die Wertschätzung der Verbraucher für Lebensmittel wieder herzustellen.