Mineralbrunnen melden Absatzrekord

von Timur DosdogruDie deutschen Mineralbrunnen verzeichnen im Geschäftsjahr 1997 einen Rekordabsatz. Mußten die rund 240 Brunnen 1996 nach jahrelangem Wachstum ein leichtes Absatzminus von 1,2 Prozent hinnehmen, ging der Absatz im vergangenen Jahr wieder nach oben.
Im Vergleich zum Vorjahr konnte die Branche 1997 ihren Absatz um 5,6 Prozent auf rund 9,6 Milliarden Liter steigern. Im Segment Mineral- und Heilwasser gab es einen Zuwachs von 4,8 Prozent gegenüber 1996. Mit einem Marktanteil von 65,9 Prozent (Vorjahr: 66,8 Prozent) liegt Mineralwasser mit normalem Kohlensäuregehalt am höchsten in der Gunst der Verbraucher, obwohl die stillen Mineralwässer hinsichtlich des Marktanteils aufholen. Mineralwasser mit normalem Kohlensäuregehalt legte um 3,5 Prozent auf rund fünf Milliarden Liter zu, stilles Mineralwasser sogar um 9,5 Prozent mehr, insgesamt rund 2,1 Milliarden Liter, womit der Marktanteil der “Stillen” derzeit bei 28,4 Prozent liegt (Vorjahr: 27,2 Prozent. Gleichzeitig sei ein Trend zu preisgünstigeren Wässern ausgemacht worden, während die Verbraucher teurerer Wässer ihren Marken treu blieben. Dies gehe zu Lasten der Anbieter im mittleren Preissegment.
“Insgesamt sind das erfreuliche Zahlen”, meinte Dr. Helmut Ruhrmann, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Mineralbrunnen e. V. (VDM) bei einer Pressekonferenz in Bonn, “etwas Sorgen macht uns allerdings das Heilwasser.”
Der Absatzrückgang (minus 3,9 Prozent, aktueller Marktanteil 4,6 Prozent) in diesem Segment sei aber insgesamt mehr als ausgeglichen worden. Möglicherweise, so Dr. Ruhrmann, gebe es dabei einen Zusammenhang mit dem Zuwachs der stillen Wässer. Den Absatz des Konkurrenzproduktes Tafelwasser schätzt die Branche auf etwa 500 Millionen Liter im Jahr. Der Absatz an Erfrischungsgetränken gegenüber 1996 sei um 7,2 Prozent auf etwa zwei Milliarden Liter gestiegen.
Darunter fallen Mineralbrunnen-Erfrischungsgetränke, wie klassische Limonaden und Brausen, Diät- und Fruchtsaftgetränke sowie Mineralwasser-plus-Frucht-Getränke. Letzteres Segment konnte 1997 um 40,3 Prozent zulegen. Zwar trinken die Westdeutschen deutlich mehr Mineral- und Heilwasser als die Ostdeutschen, langfristig rechnet die Branche aber mit einer Annäherung der Trinkgewohnheiten, wofür die hohe Steigerungsrate von plus 15,8 Prozent in den neuen Bundesländern gegenüber einem Plus von vier Prozent in den alten Bundesländern spricht. Mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 103 Litern tranken die Westdeutschen im vergangenen Jahr rund sieben Milliarden Liter Mineralwasser, die Ostdeutschen rund 560 Millionen Liter (Pro-Kopf-Verbrauch: knapp 57 Liter).
In beiden Teilen Deutschlands lag der Pro-Kopf-Verbrauch von Mineralbrunnen-Erfrischungsgetränken mit 25 Litern gleich.
236 Millionen Liter ausländisches Mineralwasser wurden in Deutschland im vergangenen Jahr getrunken, was eine Steigerung der Importmenge um 14,8 Prozent bedeutet. Aber auch im Ausland erfreute sich deutsches Mineralwasser zunehmender Beliebtheit. Der Export konnte mit rund 45 Millionen Litern um 9,5 Prozent gesteigert werden.