Branchengeschehen

Berentzen setzt Zeichen: Dethleffsen übernommen

Die Berentzen-Gruppe AG, Haselünne, hat zum Jahreswechsel 1998/99 das Flensburger Spirituosenunternehmen Dethleffsen von der Dethleffsen AG & Co. übernommen.
Durch die Übernahme erweitert Berentzen (Marktführer Korn) sein Spirituosensegment unter anderem durch den Marktführer bei Aquavit, Bommerlunder, Asmussen und Hansen Rum (zusammen rund 30% Marktanteil), den Branntweinverschnitt Springer Urvater sowie die Kräuterliköre Echt Stonsdorfer und Sechsämtertropfen.
Wie Berentzen mitteilt, erhöht sich durch die Übernahme der Spirituosenabsatz auf rund 140 Millionen Flaschen, bei einem Umsatzvolumen von rund 1,4 Milliarden. Laut Unternehmensangaben soll Dethleffsen als eigenständiges Unternehmen im Verbund der Berentzen-Gruppe weitergeführt werden. Synergiepotentiale werden insbesondere in Teilen der Verwaltung, im Export und der Logistik gesehen. Produktion und Vertrieb sollen wie bisher von Flensburg aus erfolgen.
Die Berentzen-Gruppe wird 1998 voraussichtlich einen Umsatz inklusive Branntweinsteuer von etwa 900 Millionen Mark erzielen, Dethleffsen rund 450 Millionen Mark. Der Umsatz beider Unternehmen ohne Branntweinsteuer wird sich auf rund 650 Millionen Mark belaufen.

Afri-Cola jetzt bei der Mineralbrunnen AG

Nach der Übernahme der Markenrechte im Jahre 1994 für Bluna übernahm die Mineralbrunnen AG Überkingen-Teinach nun von der Familie Flach die weltweiten Markenrechte für die Kultmarke Afri-Cola, derzeitiges Absatzvolumen rund 25.000 Hektoliter. Hinzu kommen noch rund 200.000 Hektoliter in Lizenz. Die Mineralbrunnen AG will Afri-Cola als Brunnenlimonade auf der Basis von natürlichem Mineralwasser, abgefüllt in der 0,7-l-Brunnenflasche, auf den Markt bringen. Die legendäre 0,2-Liter-Formflasche soll für die Gastronomie beibehalten werden.

Lindavia geht an Karlsberg

Die Hero-Tochter Lindavia wurde zum Jahresende an den Karlsberg-Verbund (Merziger/Klindworth) verkauft. Damit scheiterten die Bemühungen von Carlos Sparmann, (Ex-) Vorstand der Lindavia Fruchtsaft AG und Sven Frisch (Ex-)Marketingleiter die Marke zu erwerben. Über die Höhe des Kaufpreises für die Markenrechte hüllt sich der Verbund in “Schweigen”. Der Umsatz von Lindavia belief sich auf rund 35 Millionen Mark. Wie Karlsberg mitteilt, soll vorerst die Produktion in Lindau bestehen bleiben.

CCE AG mit 70 Prozent des Coca-Cola-Volumens

Nach der Übernahme der Freigerichter Getränkeindustrie GmbH (FGI) im Dezember 1998, erwarb die Coca-Cola-Erfrischungsgetränke AG (CCE), Berlin, weitere fünf Coca-Cola Lizenznehmer.
Die FGI verkaufte in 1997 294.000 Hektoliter Erfrischungsgetränke bei einem Nettoumsatz von 59,6 Millionen Mark. Das Unternehmen hält außerdem Anteile von 11,3 Prozent an der Rhein-Main-Sieg Getränke GmbH & Co. KG. Die Beteiligung der CCE AG an dieser Konzessionsträgergesellschaft erhöht sich somit auf 62,4 Prozent.
Die CCE AG, Berlin, steht durch die Transaktionen nun für siebzig Prozent des deutschen Absatzvolumens.
Mit Wirkung zum 1. Januar 1999 übernahm die CCE AG drei Vertriebsgesellschaften: die Hessisch-Niedersächsische Getränke GmbH & Co.KG (HNG), Hildesheim, die Weber und Wenzel GmbH &Co.KG, Geldern sowie die Lingner Möllner Getränke GmbH & Co.KG, Mölln. Die drei Unternehmen beschäftigen 550 Mitarbeiter, verkauft wurden in 1997 insgesamt 200 Millionen Coca-Cola-Erfrischungsgetränke. Erwirtschaftet wurde ein Nettoumsatz von von 264 Millionen Mark. Im Zuge der Transaktion erwirbt die CCE AG zugleich einen Anteil von 66 Prozent an der HNG. Rund 29 Millionen Liter Coca-Cola-Erfrischungsgetränke wurden in 1997 von Weber+Wenzel am nördlichen Niederrhein verkauft. Darüberhinaus vertreibt das Unternehmen weitere Produkte aus dem Sortiment des Getränkefachhandels. Das Unternehmen mit 110 Beschäftigten ist mit rund 10,9 Prozent an der Niederrheinischen Getränke Industrie GmbH & Co. KG (NGI), Mönchengladbach, beteiligt. Somit ergibt sich für die CCE AG nun ein Anteil an der NGI von rund 25,4 Prozent.
Der Lingener Coca-Cola-Konzessionär Möllner Getränke verbuchte einen Nettoumsatz von rund 50 Millionen Mark, bei einem Getränkeabsatz von rund 40 Millionen Liter. Das Unternehmen ist mit 11,9 Prozent an der Nord-Ostsee-Getränke GmbH & Co. KG beteiligt. Die Mitgesellschafter der NOG behalten sich noch die Ausübung eines Vorerwerbsrechts vor.
Zufrieden stellte Espen D. Mansfeldt, Vorsitzender des Vorstandes der CCE AG fest, daß mit der Übernahme von 19 Coca-Cola Vertriebsgesellschaften im letzten Jahr, die CCE ihrem Ziel, ein großes Abfüll- und Vertriebsunternehmen für Deutschland zu schaffen, wesentlich näher gekommen sei. “Um langfristig in Deutschland wettbewerbsfähig zu bleiben, fassen wir die Kräfte der deutschen Organisationen in der CCE AG zusammen”, betonte Mansfeld.
Der Absatz der CCE erhöht sich nun auf rund 2,7 Milliarden Liter. Der Netto-Konzernumsatz beläuft sich auf mehr als 3,3 Milliarden Mark. Beschäftigt werden in 19 Abfüllfabriken und 66 Vertriebszentren rund 11.000 Mitarbeiter. Zum Verkaufsgebiet der CCE AG gehören nun neben Ost- und Süddeutschland weite Teile von Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Hessen und Schleswig-Holstein. Die CCE AG ist im September 1996 aus dem Zusammenschluß der ostdeutschen Coca-Cola Erfrischungsgetränke GmbH und drei süddeutschen Konzessionen hervorgegangen (Südgetränke GmbH-Mehrheitseigentümer Schickedanz-Gruppe,Süddeutsche Getränke Industrie GmbH-Mehrheitseigentümer Schörghuber Unternehmensgruppe, EFG Baden-Württembergische Erfrischungsgetränke GmbH-Mehrheitseigner Stuttgarter Hofbräu). Hiermit wurde die Restrukturierung des deutschen Coca-Cola-Geschäfts eingeleitet. Großaktionäre der CCE AG sind The Coca-Cola Company, Atlanta (USA), die Schörghuber Unternehmensgruppe, München, und der Stuttgarter Hofbräu-Konzern, Stuttgart.

Cadbury Schweppes verkauft für 1,85 Milliarden US-Dollar Markenrechte an The Coca-Cola Company

Im Dezember letzten Jahres teilten die Unternehmen Cadbury Schweppes und The Coca-Cola Company mit, daß eine Vereinbarung unterzeichnet wurde, die beinhaltet, daß die Markenrechte Cadbury Schweppes weltweit an The Coca-Cola Company verkauft wurden. Die Markenrechte für einen Kaufpreis von 1,85 Milliarden US-Dollar beziehen sich auf weltweit 120 Länder und schließen Schweppes, Canada Dry mixers, Dr. Pepper, Crush sowie weitere regionale Marken ein, desweiteren Werke in Irland und Spanien. Laut Pressemitteilung soll die Transaktion bis Mitte diesen Jahres komplett abgeschlossen sein. Für den deutschen Markt, insbesondere für Apollinaris & Schweppes (Brau und Brunnen), Hamburg, soll sich laut Unternehmenssprecher Berg jedoch vorläufig nichts ändern. Einer offiziellen Pressemitteilung zufolge, soll unter anderem das Joint Venture mit Brau und Brunnen ausgenommen sein “…Cadbury Schweppes soft drinks partnerships with Brau + Brunnen in Germany are not part of this agreement…”. Im August letzten Jahres wurde das Joint Venture erst wieder erneut verlängert. Daß bestehende Verträge sicherlich erst einmal ihre Gültigkeit behalten werden, scheint klar zu sein.