Branchengeschehen

Der Wettlauf um die Getränkesparte von Seagram ist vorerst beendet. Den Zuschlag erhielt am 20. Dezember letzten Jahres die britische Diageo Plc, nebst ihrem eigens zu diesem Zweck verbündeten Partner Pernod-Ricard SA. Der Kaufpreis für das Sammelsurium von rund 250 Marken beläuft sich laut dpa-Mitteilung auf 8,15 Milliarden US-Dollar. Hiervon entfallen auf den Weltmarktführer Diaego fünf Milliarden und auf Pernod-Ricard 3,15 Milliarden Dollar.

Für Diageo war der Kaufpreis bestimmt kein Problem, für Pernod-Ricard bedeutet dies sicherlich eine große „Kraftanstrengung”. Eine Aufteilung ist zwingend notwendig, denn die Kartellwächter könnten bei Diageo durchaus
Einwände haben. Zudem befinden sich im übernommenen Portfolio Marken, die für Diageo nicht interessant sein dürften.

Der Inhaber der Lizenzrechte von Absolut Vodka, die schwedische Vin & Spirit will nach dem Verkauf der Seagram-Getränkesparte, die Vertriebsrechte neu verhandeln. Absolut Vodka wird seit 1994 von Seagram vertrieben. Kolportiert wurde, dass rund ein Drittel des Spirituosen-Gewinns von den Absolut-Vodka-Vertriebsrechten abhänge, welches von der Führungsspitze Seagrams als „stark übertrieben” bezeichnet wurde. Diageo bekundet besonders Interesse an den Seagram-Marken Captain Morgan Rum, Crown Royal-Whiskey, Vo Canadian Whiskey, Seven Crown American Whiskey sowie an den kalifornischen Weinen.

Wobei die Rechte für Captain Morgan Rum scheinbar nicht geklärt sind. Die britische Allied Domecq, die ebenfalls mitgeboten, aber dann die „Waffen gestreckt” hatte, soll sich die Rechte mit dem Rumhersteller Destileria in Puerto Rico gesichert haben, in der Annahme, dass bei einem Verkauf die Markenrechte an den Hersteller zurückgehen.

Seagram ist damit durchaus nicht einverstanden und will dieses nicht kampflos hinnehmen. Nach dem Rückzug von Allied Domecq aus der Übernahmeschlacht, übernahmen die Briten die Champagnermarken G.H. Mumm und Champagne Perrier-Jouet. Zudem wurde eine Übernahmevereinbarung der amerikanischen Vertriebsrechte für den Wodka Stolichnaya getroffen.

Pernod-Ricard ist an den Whiskymarken Glenvilet und Chivas Regal interessiert, die sicherlich auch eine lukrative Bereicherung des Portfolios darstellen. Kolportiert wird zudem, dass die Marke Cognac Martell zur Disposition stehe.

„Wir können nicht anders, wir können nur billig…….” – dieser Claim eines bekanntes Discounters könnte künftig die gesamtdeutsche Landschaft beherrschen. Rabattgesetz und Zugabeverordnung sollen nach dem Willen der Bundesregierung bis Mitte des Jahres fallen.
Eine Chance oder Risiko? Die Initiative Mehr Bonus für Kunden bezeichnet die Vorstöße der Politik als wichtiges Vorhaben zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für alle Bereiche der Wirtschaft in Deutschland.
Denn Rabattgesetz und Zugabeverordnung hinderten deutsche Anbieter daran, im Marketing mit ausländischen Konkurrenten gleichzuziehen. Die Verbände des Deutschen Einzelhandels (HDE), des Deutschen Handwerks (ZDH) und der Zentralverband Gewerblicher Verbundgruppen (ZGV) halten es für unsinnig, zunächst Rabatt- und Zugaberecht national abzuschaffen, um es dann wieder auf EU-Ebene zu harmonisieren.

Handel und Handwerk plädieren vielmehr für eine durchgreifende Reform und Modernisierung. Denn sie hätten bis dato gut mit den Regelungen zu Rabatten und Zugaben leben können. Sie sicherten ein hohes Maß an Preisklarheit und Preiswahrheit und verhinderten damit verrückte Übersteigerungen beim werblichen Kampf um den Kunden.

Aber wegen des Internethandels sei eine Liberalisierung der Vorschriften notwendig und unumgänglich, so der Tenor des Handels. Jedoch: „Wir können auch anders…” könnte ein Claim beim Handel künftig lauten. Denn hier kann sich ein großes Potenzial für Dienstleistungen eröffnen. Beispielsweise im Getränkemarkt, der oftmals mit den Preisen der Großfläche nicht konkurrieren kann. Vorbilder gibt es bereits genug, die mit Serviceleistungen
und Beratung durchaus den Claim „Wir können auch anders…” mit Inhalt füllen.

Im vergangenen Jahr wurden 543 Millionen Flaschen Sekt in Deutschland konsumiert. Mit 431 Millionen Flaschen kamen rund stolze 75 Prozent aus den deutschen Kellereien.

Die Schörghuber Stiftung & Co. Holding KG will wiederholt einen Unternehmensvertrag mit der Bayerischen BrauHolding abschließen, so der Inhalt einer Ad hoc-Mitteilung von Januar dieses Jahres.

Der zuletzt geänderte Vertrag war im Juni 2000 im Vorfeld der geplanten Fusionsgespräche zwischen der Bayerischen BrauHolding AG und der Brau und Brunnen AG gekündigt worden. Nachdem die Fusion nicht zustande kam, soll der gewohnte Vertragszustand wieder hergestellt werden.

Die Bundesregierung hat im Bundestag eine Änderung des Gaststättengesetzes eingebracht. Demnach sollen die Gaststätten ab 1. Januar 2002 mindestens ein alkoholfreies Getränk bieten, das nicht teurer ist als das billigste
alkoholische Getränk. Dies betrifft vor allem Bier, welches häufig das günstigste alkoholhaltige Getränk ist.

Im europäischen Vergleich lag Deutschland im Oktober 1999 bei der Online-Nutzung auf Platz Zwei. Insgesamt 3,1 Millionen private Online-Käufer haben im September und Oktober das Internet als Einkaufsstätte genutzt und für insgesamt 676 Millionen Mark online geordert. Dieses ist das Ergebnis einer Befragung von GfK Panel Services Consumer Research GmbH. Spitzenreiter bei der Nutzung ist Großbritannien mit einer Userzahl von 12,5 Millionen,
gefolgt von Deutschland mit 11,3 Millionen.