DWI ist mit “Classic”-Konzept zufrieden

Petra Gärtner zur neuen Deutschen Weinkönigin gewählt

von Timur Dosdogru

Seit sechs Monaten sind die Weine mit der neuen, vom Deutschen Weininstitut (DWI) ins Leben gerufenen “Classic”-Bezeichnung auf dem Markt. Rund 111 Weinbaubetriebe antworteten auf eine Umfrage des DWI und durften das Konzept mit Schulnoten bewerten. So wurde die Zufriedenheit der Kunden über die neuen Weine mit der Note 2,4 bewertet.

Die Absatzsituation der Classic-Weine wurde mit 2,8 bewertet, die Note 3,1 vergaben die Betriebe für das Classic-Konzept als solches und für die Werbekampagne dazu. Nur 3,7 Prozent wollen im nächsten Jahr keine Classic-Weine mehr anbieten, 6,4 Prozent der Betriebe wollen weniger abfüllen als bisher. 45,4 Prozent wollen gleich viel Classic-Wein anbieten und 45,5 Prozent sogar mehr – für DWI-Geschäftsführer Armin Göring ein Beweis, dass das Konzept aufgeht.

Norbert Weber, Präsident des Deutschen Weinbauverbandes weist erstaunt darauf hin, dass das Classic-Konzept ursprünglich für den Lebensmittelhandel konzipiert worden sei, also für den Verkauf von Weinen ohne Beratung und damit vor allem für große Anbieter wie Genossenschaften oder Weinkellereien: “Umso erfreulicher ist es, dass viele direktvermartende Flaschenweinerzeuger die neue Bezeichnung nutzen, um ihr Angebot neu zu strukturieren und Weine eines neuen, zeitgemäßen Stils anzubieten.”

Bei den Selection-Weinen (harmonisch-trocken schmeckende Spitzenweine) sah es im letzten Jahr noch bescheiden aus, weil den Winzern nach Verabschiedung des Gesetzes für die neuen Bezeichnungen Ende letzten Jahres zuwenig Zeit blieb, den Anbau auf die gesetzlich vorgeschriebenen Kriterien auszurichten. Dies erklärt Weinbauverbandspräsident Weber mit dem Umstand, dass für einen Spitzenwein die Grundlage schon beim Rebschnitt im Frühjahr gelegt werden muss. Für dieses Jahr wird mit einem sprunghaften Anstieg der Selection-Weine gerechnet.

Laut DWI wurde seit der Wiedervereinigung noch nie so viel Wein getrunken wie im Jahr 2000. 23,9 Liter gönnte sich statistisch jeder Deutsche, wobei die Hälfte aller konsumierten Weine (48,8 Prozent) auf deutschen Weinbergen wuchs. Der Marktanteil Frankreichs betrug 15,2, der Italiens 13,1 Prozent. Die so genannten Neue-Welt-Weine lagen trotz steigender Zuwachsraten bei nur 4,4 Prozent am gesamten Weinkonsum.

Rotwein liegt bei den Bundesbürgern nach wie vor schwer im Trend, mit 48,6 Prozent an der gesamten Einkaufsmenge hat er den Weißwein weit hinter sich gelassen (42,5 Prozent). Roséwein stagniert mit einem Anteil von knapp neun Prozent.

Im vergangenen Jahr waren schon 26 Prozent der Rebflächen mit roten Rebsorten bestockt, vor allem mit Spätburgunder, Portugieser und Dornfelder. In den Anbaugebieten Ahr (83 Prozent) und Württemberg (62 Prozent) sind die roten Rebsorten sogar dominierend. Auch in Baden wurde der Müller-Thurgau mittlerweile vom Spätburgunder als Spitzenreiter abgelöst.

Das deutsche Volk hat außerdem wieder eine neue Weinkönigin: Petra Gärtner wird als erste Deutsche Weinkönigin von der Bergstraße ein Jahr lang höchste Repräsentantin des deutschen Weins sein.Die 21jährige Winzertochter aus Zwingenberg (Anbaugebiet Hessische Bergstraße) löste damit ihre Vorgängerin Carina Dostert (Mosel-Saar-Ruwer) ab. Unterstützt wird sie von ihren Stellvertreterinnen, den drei Deutschen Weinprinzessinnen Christina Specht (Mittelrhein), Martina Klein (Ahr) und Julia Hurst (Baden).