Getränke-Trends im neuen Jahrtausend

Die AfGs: schillernde Trendsetter
Zukunft: Funktion plus x

Bier: Dose punktet im Preiskampf

von Monika Busch

Beim trendEvent Getränke in Nürnberg, Anfang Dezember letzten Jahres, veranstaltet von Information Resources und GfK, präsentierten die Marktexperten die Position der Getränkegattungen auf der Jahreszielgeraden.
Im Mittelpunkt aber standen die Getränke-Trends zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Innovationen und Strategien wurden bei der vierten Auflage des Branchentreffs zur Diskussion gestellt. „Anbieter, die sich nicht allein als Hersteller eines Produkts verstehen, sondern ihren Zielgruppen Innovationen (neue Produkte) und Problemlösungen beispielsweise bei Verpackungen und Gebindegrößen anbieten, müssen die Zukunft nicht fürchten”, betonte Getränkeexperte Karl-Heinz Roiger.

Hungern können Menschen lange, dürsten nicht. Das Grundbedürfnis Trinken ist so gesehen ein „Perpetuum Mobile” für die Getränkewirtschaft. Anderseits sind die Märkte in Europa durchweg gesättigt. Die Verbraucher sind zwar probierfreudig, wechseln auch ihre Vorlieben, aber sie trinken nicht mehr. Die Folge: der seit Jahren anhaltende harte Wettbewerb wird sich auch im neuen Jahrtausend fortsetzen – mit Gewinnern und Verlierern.
Jedoch spielen auch Faktoren, die das „Wohl und Wehe” der Getränkemärkte in den kommenden Jahren mitbestimmen und nicht beeinflusst werden können, eine gravierende Rolle. Roiger nannte hierzu einige demographische und gesellschaftliche Faktoren:

Mehr Verbraucher: Euro-Stat, das europäische statistische Amt prognostiziert, dass im Jahr 2010 knapp zwei Millionen Verbraucher mehr in Deutschland leben werden als heute. Die wachsende Bevölkerung war auch in den 50er, 60er und 70er Jahren die Stütze eines wachsenden Konsums.

Mehr ältere Menschen: Im Jahr 2010 werden 25 Prozent, 2020 schon etwa 30 Prozent aller Konsumenten in Deutschland 60 Jahre und älter sein (Quelle: Euro-Stat). Das kann den alkoholischen Getränken wie Wein und Spirituosen zugute kommen. Vierzig Prozent aller Getränkeausgaben der über 60-Jährigen für den Haushaltskonsum entfallen auf Genießerprodukte.

Mehr ausländische Konsumenten: Herausforderung und Chance für alle Anbieter ist der Wandel der Zusammensetzung der Bevölkerung. „Deutsche Trinkkultur” findet man heute noch bei 91 Prozent der in Deutschland lebenden Haushalte, 2020 vielleicht nur noch bei 85 Prozent. Hinzu kommt, dass sich in einer reisefreudigen Gesellschaft wie der deutschen und durch zunehmend polyglott geprägte Gastronomie die Trinkgewohnheiten ohnehin vermischen.

Neben den demographischen Faktoren beeinflussen Kalendereffekte, Temperaturen und Ereignisse den Getränkekonsum: So schwankt die monatliche Kaufkraftstärke von Jahr zu Jahr. Wasser und Bier beispielsweise reagieren geradezu verschnupft auf Regen und kühle Temperaturen, was sich im Sommer 2000 wieder deutlich gezeigt hat. Und natürlich spielt auch das Geld im Portmonee eine gewichtige Rolle.

Schillernde Trendsetter

Auf den ersten Blick sehen sie aus wie die „grauen Mäuse” im schillernden Getränkemarkt: Die Alkoholfreien haben nichts Spektakuläres an sich, bestechen nicht durch erlesenen Geschmack wie etwa Wein oder durch die Sanftheit jahrelanger Reife wie ein guter Whisky. Man trinkt sie vor allem gegen den Durst und weil man dabei klaren Kopf behält. Lenkt man den nüchternen Blick aber auf die Marktentwicklung, dann stehlen Wasser & Co. allen anderen Getränkegattungen die Schau.

Im Jahr 2000 haben die Deutschen ihren Durst mit durchschnittlich 253,1 Litern alkoholfreien Getränken gestillt, so eine Erhebung der Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke (wafg). Demnach ist der Verbrauch gegenüber dem Vorjahr um 1,9 Prozent gestiegen und hat erstmals die Marke von 250 Liter überschritten. Rund vierzig Prozent davon entfallen auf Erfrischungsgetränke. Hier nahm der Pro-Kopf-Verbrauch um rund 2,2 auf 105,9 Liter zu. Auch in der Rückschau der letzten zehn
Jahre zählen Wasser & Co zu den Gewinnern. Zwischen 1991 und 1999 hat der Pro-Kopf-Verbrauch laut GfK um zwanzig Prozent zugenommen.
Alkoholhaltige Getränke hingegen verzeichneten im gleichen Zeitraum einen Rückgang von zwölf Prozent, die sonstigen Getränke haben acht Prozent eingebüßt. Jedoch Erfolg und Misserfolg bei Wasser & Co. hängen im hohen Maße vom Wetter ab.

Wasser, fruchthaltige Getränke und Süßgetränke zählen zu den Schwergewichtigen. Jedoch steigt der Absatzpegel der so genannten „neuen Getränke” weiter an. Neue Impulse hat der Markt im vergangenen Jahr vor allem durch den boomenden Wellness- und Convenience-Trend bekommen. Fertige Mischungen, wie beispielsweise Schorlen haben Hochkonjunktur. Bereits jeder dritte Haushalt in Deutschland kauft Schorlen im Geschäft ein.

Innovative Verpackungen erschließen neue Absatzmärkte

Der Convenience-Trend lässt gleichzeitig die Getränkeverpackung immer wichtiger werden – gefragt ist ein bequemes Trinken in jeder Situation.
Die Verbraucher tragen immer öfter ihre Getränke in der PET-Flasche nach Hause. Über ein Fünftel aller AfG-Getränke kommt bereits in dieser Verpackung auf den Markt, bei steigendem Einweg-Anteil innerhalb des PET-Segments. Der Anteil der Glas-Mehrwegflasche im gesamten AfG-Markt ist inzwischen deutlich unter 50 Prozent abgesunken.
Und selbst in der Mehrweg-Hochburg Wassermarkt liegt der Anteil der PET-Flasche bereits bei 15 Prozent. Im Mehrwegpool der deutschen Mineralbrunnen stehen den noch 1,8 Milliarden Glas-Mehrwegflaschen 150 Millionen PET-Mehrwegflaschen gegenüber. Die Genossenschaft Deutscher Brunnen (GDB) erwartet für 2001 ein PET-Füllungsvolumen von bis zu einer Milliarde Liter. Der Anteil von Ein- und Mehrweg-PET-Verpackungen im gesamten Wassermarkt hat sich, im Vergleichszeitszeitraum 1999 zu 2000 von acht auf 15 Prozent erhöht.

Laut GDB wies der Gesamtmarkt der Erfrischungsgetränke im Jahr 2000 einen PET-Anteil von 55 Prozent auf. Der Vorreiter in Sachen PET auf dem deutschen Markt Coca Cola hat bereits eine neue Ära in Sachen PET mit BESTPETTM eingeläutet. Im Januar hat Coca-Cola die erste Beschichtungsanlage für die neuen 0,5-Liter-BESTPETTM-Flaschen bei der West-Zentra Erfrischungsgetränke GmbH & Co. KG in Dorsten in Betrieb genommen.

BESTPETTM steht für Barrier Enhanced Silica Treated PET und ist eine neue Barrieretechnologie für PET-Flaschen, welche die Gasdurchlässigkeit verringert und so die Haltbarkeit der abgefüllten Produkte erhöht.

Gemeinsam mit dem Fachbereich Physik der Gesamthochschule/Universität Essen hat die The Coca-Cola Company, Atlanta, in einem mehrjährigem Forschungsobjekt diese neue Technologie entwickelt. Die BESTPETTM-Beschichtung verringert die Gasdurchlässigkeit der PET-Flasche.
Ergo können neue Absatzmärkte als auch neue Getränkesegmente erschlossen werden. Durch die Erhöhung der Haltbarkeit erweitern sich zudem die Einsatzmöglichkeiten der PET-Flasche…

Die vollständige Redaktion finden Sie in unserer Print-Ausgabe 3/2001