Classic trifft Classic

von Monika Busch

Insgesamt 140 Teams stellten sich diesjährig den Herausforderungen der Classic Malt Rally (Rally: offizielle Schreibweise), die bereits zum fünften Mal von den „Classic Malts  of Scotland“ gesponsert wurde.

Vom 12. bis 18. Mai konnte nicht nur die beeindruckende schottische Landschaft bewundert werden, sondern auch das „Who is Who“ der Classic Cars. Viele „Oldtimer-Promis“ waren vertreten und zu bestaunen.

Keiner der Teilnehmer ließ sich vom rauen Klima und den Nebelschwaden am schottischen Himmel abschrecken, auch nicht die Teilnehmer, die mit einem Cabriolet  starteten. Über den Highlands war nichts als Nieselwetter angesagt, die Temperaturen überstiegen kaum einmal die 12-Grad-Marke.

Sonnenschein gab es am Vortag der Rally, wo sämtliche Fahrzeuge sich dem „Rally-TÜV“ auf dem Areal der Glenkinchie Distillery stellen mussten. Hier reift in ländlicher Lowlandluft  ein Glenkinchie zehn Jahre zum Classic Malt.  Im sanften „Tal des Kinchie“, das der Destillerie schon 1835 ihren Namen gab, herrschte emsiges Treiben. Inmitten der Felder, Wiesen und des Golfclubs von Pencaitlan, gerade einmal 15 Meilen von Edinburgh entfernt, wurden die Classic Cars auf „Herz und Nieren“ gemäß des Reglements strengstens geprüft.

Im Anschluss konnten die Teilnehmer bei einem Geschicklichkeitstest beobachtet werden. Stolze Besitzer, aufs penibelste gepflegte Classic Cars und vor allem strahlende Männeraugen waren das überwiegende Resultat des Vorabends. Seinen Ausklang fand der Vorabend mit einem Welcome Dinner für alle Teilnehmer im sehr beeindruckendem Museum of Scotland.  Der Startschuss in den frühen Morgenstunden fiel in Edinburgh Castle, der einstigen Königsresidenz.

Am Start, wie bereits erwähnt 140 Teams. Nach den Briten, die mit insgesamt 80 Teams starteten, bildeten die „autoverrückten“ Deutschen die mit Abstand größte ausländische Teilnehmergruppe vor der Schweiz und den USA. Ein Bentley aus dem Jahre 1924, gefahren von zwei Briten, stellte den „Senior“, der Youngster war ein BMW 3.0 CSI in österreichischem Besitz.

Auch wenn es bei dieser Rally in erster Linie nicht unbedingt um Schnelligkeit und Sieg geht, hatten die Fahrer nebst Copiloten selbstredend eine gute Platzierung in Visier. Gefordert waren Fahrkünste, insbesondere auf kilometerlangen schmalen, kaum übersehbaren Wegen, ebenso wie der souveräne Umgang mit den zum Teil mehr als hochbetagten Automobilen.

Ein weiterer nicht zu unterschätzender Aspekt ist das Team selbst. Der „ausgeheckte“ Routenplan will gelesen und navigiert werden, Kilometer und Uhrzeit bedürfen ständiger Beobachtung. Der Fahrer musste Pisten mit Schlaglöchern und Serpentinen meistern, aber auch bei vielen Tests seine Geschicklichkeit unter Beweis stellen – und dies alles unter Zeitvorgabe über rund 1300 Meilen. Zugelassen waren die Baujahre zwischen 1919 und 1974. John Brown, Clerk of the Course, der gewichtige Boss des Veranstalters Hero (The Historic Endurance Rallying Organisation)  betonte immer wieder, dass es  sich zwar um eine Classic Malt Rally handele, und hier liegt die Betonung bei Classic Malt, aber das immer „Don’t Drink and Drive“ im Vordergrund stehe, unisono mit dem Hauptsponsor Diaego, weltweit die Spirituosen-Nummer Eins und dessen sechs Classic Malts (Glenkinchie, Cragganmore, Dalwhinnie, Oban, Talisker, Lagavulin). Diese konnten selbstredend nach Beendigung der jeweiligen Rally-Tage – da auf den Spuren von Classic Malts – unter fachkundiger Führung in den jeweiligen Destillerien verkostet werden.

Allerdings führte die diesjährige Route lediglich an fünf der insgesamt sechs Classic Malts Destillerien vorbei. Eine gelungene Kombination: unverwechselbar die Charaktere der Malts – beispielsweise steht Dalwhinnie für den Heidecharakter des Hochmoors oder Lagavulin für das Robuste der Insel Islay –  und die Rally durch High-und Lowlands – Schottlands urtypische Landschaften – eines der schönsten Abenteuer, die es in Schottland zu erleben gibt.

Selbstredend ist diese Rally auch Bestandteil der Marketingstrategie von Diageo, London nebst seinen Tochtergesellschaften, wie dem Deutschland-Ableger mit Sitz in Rüdesheim. Anwesende Fachhändler, Einkäufer und Vertriebsmitarbeiter nebst Journalisten konnten in einer entspannten, aber auch abenteuerlichen Atmosphäre das Wissen um Malt vertiefen und verfeinern – und hier insbesondere mit dem Portfolio von Diageo –

Markenpflege par excellence!

Nächster Termin:
12. bis 16. Mai 2003