Liebe Leser, in dieser Kolumne kommen Sie zu Wort. Schreiben Sie Viktor, er wird auch niemanden verraten. Großes Ehrenwuff!

Viktor

Gute Vorsätze…?!

So ein Jahresanfang ist immer ein bedeutendes Ereignis. Nicht nur, dass es zum Jahreswechsel in meiner Familie immer lustig zugeht, mehr darf ich leider nicht verraten, Redaktionsgeheimnis, sondern auch, dass danach einige immer ein bisschen melancholisch werden. Ist doch das alte Jahr vorbei und das kommende Jahr liegt vor einem. Ein neues Jahr, mit all den neuen “guten Vorsätzen”. Voller Elan müssen diese nur noch verwirklicht und umgesetzt werden. Nichts einfacher als das. Sie kennen das ja, oder gehören Sie zu den Menschen, die keine guten Vorsätze haben? Dann brauchen Sie ja auch kein schlechtes Gewissen zu haben, dass Ihre gesteckten Ziele des letzten Jahres nicht erreicht wurden. Aber jetzt stehen Sie am Anfang eines neuen Jahres und somit wohl auch am Anfang Ihrer persönlichen Ziele. Ihr eigenes Konto ist sozusagen noch jungfräulich. Die nicht erreichten Vorsätze des vergangenen Jahres zählen nicht mehr, schließlich haben Sie diese gerade mit dem beendeten Jahr auch begraben. Also, auf zu neuen Ufern! Im neuen Jahr haben Sie sich fest vorgenommen, Ihre neuen Vorsätze in die Tat umzusetzen. So ist das bei Euch Menschen, so ist das nicht bei uns Hunden, besonders nicht bei mir. Darum werde ich auch so oft von anderen beneidet. Daher kann ich mich mit Euren guten Vorsätzen auch einmal beschäftigen. Bin ich doch sozusagen neutral. Sie kennen sie ja, die meisten ihrer guten Vorsätze: nicht mehr rauchen, nicht mehr so viel trinken, mehr Zeit für Familie und Kinder, etwas kürzer treten, umweltbewusster leben, gesünder leben undsoweiter und so fort. Mit Rauchen, Trinken, Frau und Kindern habe ich nicht so viel am Hut. Bin ich doch eingefleischter Junggeselle und meine Familie würde es eh nicht genehmigen. Die Umwelt interessiert mich auch nur so am Rande, jedenfalls solange genug Bäume und Sträucher für mich da sind. Anders sieht das bei Euch Menschen aus. Warum Ihr raucht, hat meine feine Nase noch nie verstanden. Trinken finde ich ok, werden doch die Menschen in meiner Umwelt immer lustig davon. Ich könnte da jetzt Geschichten erzählen, aber das verbietet sich bei meiner nicht genossenen Erziehung. Bei Frau und Kindern muss ich leider passen, fehlen mir doch hierzu leider die Erfahrungswerte. Für Umwelt und Gesundheit ist meine Familie zuständig. Wir sind stolz darauf, umweltbewusst zu handeln, zu leben und gesunde Lebensmittel einzukaufen. Nicht das wir Ökofreaks sind, nein, mein Futter kommt immer noch vom Schlachter um die Ecke. Das konnte auch die BSE-Krise nicht ändern. Aber wir achten schon darauf, ökologisch vorteilhaft zu konsumieren. Getränke werden grundsätzlich in Mehrwegpackungen gekauft. Selbst Mineralwasser kommt bei uns immer nur in der guten alten Glasflasche auf den Tisch, ist zwar schwerer zu tragen, ich sehe das immer an den roten Köpfen meiner Herrschaften, schmeckt aber wohl besser als aus der Kunststoffpulle. Außerdem ist das Mineralwasser garantiert frei von so genannten Weichmachern, die sich aus dem Kunststoff lösen können und ins Mineralwasser abwandern. Wo sollten die denn sonst auch hin? Schade nur, dass das so wenige wissen. Sonst würden viele gesundheitsbewusste Menschen, die ja genau deswegen Mineralwasser trinken, es nicht mit Weichmachern aufpuschen. High werden die jedenfalls nicht davon. Es ist ja auch eine logische Verbindung – Wasser und Glas – oder trinken Sie Ihr Mineralwasser im Re-staurant aus dem Kunststoffbecher Ihrer Kindertage? Unkaputtbar, welch ein grässliches Wort. Sie essen doch auch vom Teller und nicht aus der Kunststoffschüssel. “Ach Frauchen, könntest Du mir nicht meine Kunststoffschale in einen schönen stilvollen Porzellanbecher umtauschen?” Darin solltet Ihr Menschen Euch von uns Hunden unterscheiden. Kunststoff ist gut für Ölflaschen. In diesem Sinn wünscht Ihnen Viktor für das Jahr 2002 viel Spaß bei der Umsetzung Ihrer persönlichen guten Vorsätze, und denken Sie manchmal ein bisschen an die Gesundheit. Grüße aus der Redaktionsstube.

Bis zum nächsten Mal!

Euer Viktor