Liebe Leser, in dieser Kolumne kommen Sie zu Wort. Schreiben Sie Viktor, er wird auch niemanden verraten. Großes Ehrenwuff!

Viktor

Wie im richtigen Leben: die Größe ist nicht entscheidend!

Na gut, es gibt Hunde, die sind größer als ich, wenn ich zum Beispiel an meinen Freund Peter, die Dogge, denke. Aber Peter stört meine Größe nicht, er guckt nicht einmal verächtlich auf mich herunter, sondern er mag mich einfach, weil ich eben sein Freund bin.

Und natürlich gibt es auch Hunde, die kleiner sind als ich. Wenn ich ehrlich bin, das sind viel mehr, weil ich nun einmal kein “Pygmäen-Hund” bin. Viele dieser anderen Hunde sind so klein, dass ich sie fast übersehe, wenn ich mit Frauchen unterwegs bin. Auf die Idee, dass es in Zukunft nur noch große Hunde geben sollte, bin ich natürlich nicht gekommen, weil ich dann nicht wüsste, was aus mir werden sollte.

Aber ich habe auch noch nie überlegt, dass es schön wäre, wenn es nur noch Hunde meiner Größe geben würde. Warum auch? Ich finde das ganz toll, immer mal wieder auf neue Hunde zu stoßen, zu gucken, beziehungsweise zu riechen, was an denen anders ist.

Bei den Menschen ist das irgendwie anders. Frauchen hat letztens wieder mal erzählt, dass zum Beispiel diese Geschäfte, in denen wir immer mein Hundefutter kaufen, immer weniger werden, weil das eine Geschäft (Frauchen hat irgend so ein schweres Wort verwandt, das so klang wie “Lebensmitteleinzelhandelskette” oder so) immer versucht, noch größer und stärker zu werden.

Wenn die alle aber versuchen, größer und stärker zu werden, verschwinden die kleinen Geschäfte irgendwann von der Bildfläche. Größer werden kann jeder, nämlich nur auf Kosten des anderen. Also irgendwie komisch: Bei uns Hunden funktioniert das nicht, denn wenn ich größer werden wollte müsste entweder mein Freund Peter kleiner werden (na gut, der ist aber auch wirklich groß) oder meine Freundin Annabel müsste noch kleiner werden (ich fürchte, das überlebt sie nicht).

Wozu soll das eigentlich gut sein? Frauchen meint, das sei typisch männlich. Größe allein sei nun wirklich nicht entscheidend. Das sehe ich genau so, und bei uns Hunden funktioniert das auch hervorragend. Deswegen bin ich auch mit Peter und mit Annabel befreundet – und mit vielen anderen. Eine Zukunft nur noch mit wenigen großen Hunden – wie langweilig!

Bis zum nächsten Mal!

Euer Viktor