Bier und Gesundheit: Die rückenschonende Körperhaltung an der Theke

von Timur Dosdogru

Darauf hat die Nation schon immer gewartet: da ja bekanntlich vor allem die Deutschen ein von Rückenleiden gegeißeltes Volk sind, finden sich tagtäglich in den Medien Tipps und medizinische Hinweise für die wirbelsäulen-schonende Körperhaltung in allen Lebenslagen: zuhause, am Arbeitsplatz und in der Freizeit. Krankenkassen bieten so genannte Rückenschulen an und dergleichen mehr.

Nur ein Bereich, an dem sich der gemeine Deutsche trotz rückläufiger Gastronomie immer noch häufig aufhält, war bisher ausgenommen: die Theke. Und da hapert es laut Ansicht des Kölner Orthopäden Dr. Klaus Müller, laut einer wohl nicht so bierernst gemeinte Mitteilung des Deutschen Brauer-Bundes. Da der schönste Platz ja bekanntlich immer an der Theke ist, kann aber auch dort der gesellige Kneipenabend vermiest werden, wenn man dort wie ein Schlaffi einfach ‘rumhängt.

Jeder Zweite habe es heute im Rücken, so der Mediziner, die meisten Menschen hätten zu wenig Bewegung. „In der Rückenschule werden die Muskeln gekräftigt und man lernt, richtig zu heben, zu sitzen und zu stehen“, so Müller, der gleichwohl einräumt, dass Biertrinken und Thekenstehen nicht direkt auf dem Stundenplan der Rückenschule stünden. Doch auch hier gibt es einige gute Tipps für eine entspannte Haltung am Tresen. „Bei längerem Stehen werden die Beckenmuskeln müde und man fällt automatisch ins Hohlkreuz. Dem kann man vorbeugen, indem man ein Bein anwinkelt und den Fuß auf auf die Fußleiste am Tresen setzt. Das entlastet enorm“, weiß Müller. Gut sei es außerdem, einen Arm am Tresen aufzustützen, auch das vermindere den Druck auf die Wirbelsäule, so der 55-jährige Arzt, der nach eigenem Bekunden „wahnsinnig gern Bier trinkt, am liebsten ein frisches Pils“. Allerdings stemmt der Doktor nicht nur Biergläser, sondern fährt im Sommer Fahrrad und im Winter hält er sich mit Langlaufski fit. Für das gemütliche Beisammensein in der Kneipe empfiehlt er aber: „Am Tresen Arme und Beine mithelfen lassen – dann wird’s ein schöner Abend.“Na dann Prost!