Liebe Leser, in dieser Kolumne kommen Sie zu Wort. Schreiben Sie Viktor, er wird auch niemanden verraten. Großes Ehrenwuff!

Viktor

Hundefutter aus dem Plastiknapf?

Bisher war ich stolz darauf, dass Frauchen mir mein köstliches Hundefutter in einem wunderschön aussehenden Glasnapf servierte. Schmeckte irgendwie besser und gab dem ganzen doch mehr Stil – dachte ich zumindest. Vor kurzem kam Frauchen aber aus der Stadt zurück und brachte einen neuen Napf mit (nun gut, ich gebe zu, dass ich den alten Napf beim übermütigen Herumtollen einfach in seine Einzelteile zerlegt habe – und Glas bricht nun mal).
Irgendwie sah dieser Napf ganz anders aus als die bisherigen und vor allen Dingen: Er war aus Plastik! Vor allem nach dem morgendlichen Wiegen beschloss ich umgehend, dass ich aus diesem Napf nichts, aber auch gar nichts essen würde. Da kann doch mein Hundefutter gar nicht schmecken!? Wie das schon aussieht?! Frauchen versuchte vergeblich, mich von den Qualitäten des neuen Napfes zu überzeugen. Sieht doch gar nicht so schlecht aus, damit könne ich so viel herumspielen wie ich wollte, das Ding ginge einfach nicht kaputt (Wie hieß das früher? Unkaputtbar oder so?), kurzum, sie versuchte mich mit aller Gewalt zu überzeugen. Aber ich blieb standhaft: Plastik? Mit mir nicht!

Na gut, auch bei Hunden gilt: Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Mit anderen Worten: Irgendwann war der Hunger stärker als alle meine Prinzipien. Nachts, als es keiner sah, habe ich mich heimlich an den Napf herangeschlichen und das Hundefutter – ehrlich gesagt – in mich reingeschlungen (nach ein paar Tagen Dauerfasten vergisst man schon mal seine guten Manieren). Ich bin Hunds genug, Fehler einzugestehen, und so will ich es auch hier halten. (Da bin ich wie Frauchen: Im Blatt wird nix Falsches behauptet!) Also gut, es hat geschmeckt, es hat sogar sehr gut geschmeckt, und es hat genau so geschmeckt wie aus dem Glasnapf. Das hätte ich nun wirklich nicht gedacht! Zuerst dachte ich, es läge nur an meinem Hunger, aber auch am nächsten und übernächsten Tag schmeckte es immer noch.

Frauchen war ziemlich stolz auf mich, hat mich sehr gelobt – und dann kam die Krönung: Könnt Ihr Euch vorstellen, dass ich jetzt dauernd einen neuen Napf bekomme. Frauchen bringt die Näpfe nämlich zurück, dann machen die daraus neue Näpfe und ich bekomme immer frische! Unglaublich.

Übrigens: Da behauptet man doch immer, dass Hunde ihren Herrchen oder Frauchen immer ähnlicher werden. Alles Quatsch! Ich habe Frauchen heimlich beobachtet. Die hat jetzt auch Bier in Plastikflaschen zu Hause! Unglaublich. Das kann doch gar nicht schmecken, oder vielleicht doch?

Bis zum nächsten Mal
Euer Viktor