Weiteres Wachstum für NürnbergMesse in 2002 und 2003

von Timur Dosdogru
Ihre eigenen Ziele konnte die NürnbergMesse GmbH im Geschäftsjahr 2002 deutlich übertreffen. Mit einem Umsatz von 95 Millionen Euro lag der Konzern um 16 Prozent höher als im Vorjahr. Im laufenden Geschäftsjahr rechnet die Unternehmensleitung mit einem Umsatzvolumen von 100 Millionen Euro, dieselbe Summe, die 2002/2003 in Ausbau und Infrastruktur des Messegeländes investiert werden soll.

Zahl der Aussteller weiter gestiegen

Die Zahl der Aussteller im Konzern NürnbergMesse stieg in 2002 um fünf Prozent auf 22.373. Die Zahl der internationalen Aussteller stieg erneut überdurchschnittlich um rund zwölf Prozent auf über 7000, deren Anteil am Messeplatz Nürnberg 33 Prozent erreichte. Damit ist die Messe Nürnberg im europäischen Vergleich auf Platz Acht unter den Messeplätzen mit der größten Internationalität aufgerückt. Die verkaufte Ausstellungsfläche stieg gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent auf 723.172 Quadratmeter.

Anziehungspunkt für
internationale Fachbesucher

Die Umschlagzahl des Messegeländes – ein in dieser Branche ausschlaggebender Faktor für den Auslastungsgrad – wuchs auf 15 und liegt damit deutlich über dem deutschen Durchschnitt von zehn bis elf. Rund 150.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche in Hallen und Foyers des Messezentrums standen im Geschäftsjahr 2002 zur Verfügung. Die Gesamtbesucherzahl stieg auf rund 1,3 Millionen, davon 650.000 Fachbesucher (2001: 550.000). Die Zahl der internationalen Fachbesucher stieg deutlich um 25 Prozent auf 124.000 – somit stammte fast jeder fünfte Fachbesucher aus dem Ausland. In Sachen Umsatz liegt Nürnberg auf dem siebten Platz unter den deutschen Messeplätzen, außerdem wurde die NürnbergMesse im vergangenen Jahr in die Gemeinschaft Deutscher Großmessen (GDG e. V.) aufgenommen. Für das erste Halbjahr 2003 ist die Bilanz uneinheitlich: einerseits zweistellige Zuwächse bei der Beteiligung internationaler Aussteller und Besucher, andererseits ein Rückgang bei nationalen Ausstellern und Besuchern, dies sei aber nicht dramatisch, heißt es, auch künftig rechnet die NürnbergMesse mit Wachstum.

Fachpack

Vom 8. bis 10. Oktober steht der Messeplatz Nürnberg unter dem Motto „Nürnberg packt aus“ ganz im Zeichen der Fachpack 2003, Fachmesse für Verpackung und Kennzeichnungstechnik. Parallel zu dieser Veranstaltung finden außerdem die PrintPack, Fachmesse für Verpackungsdruck und Packmittelproduktion und erstmals die LogIntern, Fachmesse für Interne Logistik statt. Zu diesem Messetrio werden rund 1000 Aussteller und rund 27.000 Besucher erwartet.

Brau Beviale

Vom 12. bis 14. November bestimmt dann wieder die Brau Beviale als Fach-Ereignis der europäischen Getränkewirtschaft das Geschehen am Messestandort Nürnberg. Rund 1500 Aussteller und 36.000 Fachbesucher aus dem technischen und kaufmännischen Management treffen dort zusammen. Das umfassende Angebot rund um Getränkerohstoffe, -technologien, -logistik und -marketing wird immer internationaler. Mittlerweile kommen über 500 Aussteller (35 Prozent) und rund 8500 Fachbesucher (23 Prozent) aus dem Ausland.

Als Getränkemarkt steht in diesem Jahr die Türkei im Mittelpunkt des allgemeinen Interesses. Die Hälfte der Bevölkerung dort ist jünger als 25 Jahre, was diesen Markt für Trendgetränke interessant macht, aber auch die jährlichen Touristenströme sowie die säkulare Verfassung, die Produktion und Konsum alkoholischer Getränke erlaubt. Charakteristisch für den türkischen Getränkemarkt ist vor allem die Vorliebe für Joghurtdrinks, ansonsten ähnelt er in vielen Dingen den übrigen europäischen Märkten. Der Pro-Kopf-Konsum von Getränken im vergangenen Jahr betrug dort 262,5 Liter, wovon fast 184 Liter auf Heißgetränke, vor allem auf Tee (179 Liter) entfielen und 18 Liter auf Milch und Joghurtgetränke wie Ayran. Im Segment der Softdrinks lag der Verbrauch bei 47 Liter.

Bei den alkoholischen Getränken war der Konsum deutlich geringer, elf Liter Bier, eine Flasche Wein und einen Liter Spirituosen trank jeder Türke im letzten Jahr. Damit liegt die Türkei beim Bierkonsum weit hinter Ländern wie Italien, Ukraine und Moldawien zurück, die bereits einen sehr niedrigen Bierkonsum aufweisen. Allerdings wächst der Bierkonsum dort jährlich zwischen drei und vier Prozent, unbeeindruckt von der wirtschaftlichen Krise und hohen Steuern. Damit lässt sich ableiten, dass der Biergenuss in der Türkei, anders als in europäischen Märkten, nicht konjunkturabhängig ist, im Gegensatz beim Konsum von Softdrinks, wo sich in den letzten Jahren sehr wohl dieser Zusammenhang beobachten ließ.