Der AfG-Markt – Rückblende

Alkolfreie Getränke sonnen sich
Wasser marsch!
Vitaminstoß für die Fruchthaltigen

von Monika Busch

Auch der AfG-Markt 2003 stand unter „himmlischem“ und „irdischen“ Einfluss. Jedoch, die Auswirkungen von Witterung und Zwangspfand präsentieren sich im AfG-Markt anders als im Biermarkt. Im Bewusstsein vieler Bundesbürger ist mittlerweile die Empfehlung von Wissenschaftlern und Medizinern fest verankert, täglich mindestens zwei Liter „gesunde“ Flüssigkeit dem Körper zu zuführen. Bekannterweise sind damit alkoholfreie Getränke gemeint, jedoch ohne Tee oder Kaffee. Mit der Folge, dass in den ersten acht Monaten des vergangenen ‘Jahres Wasser & Co. ein Mengenwachstum von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum erreichten. Natürlich unterstützt durch die „schweißtreibenden“ Temperaturen des Sommers 2003.

In den Hitzeperioden Mai/Juni (+11,5%) und Juli/August (+13,7%) war klar ein überdurchschnittliches Mengenwachstum zu verzeichnen. Aber auch ohne „himmlische“ Unterstützung präsentiert sich der Markt durchaus positiv.  Das Gesundheitsbewusstsein verfestigt sich hier zu Lande immer mehr und hat somit großen Einfluss auf den Konsum von Säften und Wässer. Das Desaster „Zwangspfand“, von dem besonders der Biermarkt betroffen ist, hat die AfG-Branche nicht so hart getroffen. Spitzenreiter ist hier nach wie vor das Segment Wasser. Laut GfK wuchs dieses Segment bis August 2003 um elf Prozent, einhergehend mit einem Gesamt-AfG-Marktanteil von 45 Prozent. Fruchthaltige Getränke und so genannte Wellness-Drinks kommen mittlerweile auf fünf Prozent Marktanteil. Die Auswirkungen des Zwangspfandes spürten deutlich Cola und Colagetränke sowie Limonaden und Fruchtsaftgetränke mit CO2. Mengenverluste verbuchte in den ersten acht Monaten 2003 jedoch nur die Kategorie Wasser mit Zusatz (-6,0%).

Profitiert vom Pflichtpfand haben die rund 11.650 Getränkeabholmärkte. Bis August hatten diese knapp ein Drittel an alkoholfreien Getränken mehr abgesetzt. Klarer Verlierer bei den Vertriebsschienen waren die Discounter und die traditionellen LEH-Outlets. Aufgrund der Substitutionsmöglichkeiten im AfG-Segment durch PET ist dieses Gebinde immer
mehr auf dem Vormarsch. Rund 30 Prozent Zuwachsraten hat die GfK ermittelt. Allerdings mit einer deutlichen Verschiebung  von Ein- zu Mehrweg. Der Anteil der Einweggebinde sank bis August 2003 um 14 Prozent. Im Segment  fruchthaltige Getränke und Wellness stieg der Absatz um zwölf Prozent. 2002 war lediglich ein Wachstum von zwei Prozent zu verzeichnen. Und hier ist klar eine Verschiebung zwangspfandbedingt, zu den nicht bepfandeten fruchthaltigen Getränken im Karton festzustellen. Klarer Verlierer des „dirigistischen Eingriffes der Politik“ sind die kohlensäurehaltigen Fruchtgetränke.

Zu den Gewinnern zählen die so genannten ACE-Getränke und Teegetränke, da kohlensäurefrei. Und daher, so nun mal die gesetzliche Verordnung, weiterhin pfandfrei in Einweggebinden. Im Minus laut GfK als einziges FHG-Segment ist „Wellness“. Und dieses, obwohl „Wellness“ ein Impulsgeber für den Markt der alkoholfreien Getränke ist. Ob ACE-Saft, Rotbuschtee oder Mineralwasser angereichert mit Sauerstoff, alkoholfreie Getränke mit der Produktauslobung Wellness waren Shootingstars in den jeweiligen Segmenten. Stark rückläufig waren hier die Frucht-Joghurt-Drinks, vergleichsweise hochpreisig und für den tropischen Sommer wohl zu dickflüssig.

Der Karton, als dominierendes Gebinde im FHG-Markt erreicht aktuell nach einem Plus von 26 Prozent in den ersten zehn Monaten 2003 einen Marktanteil von mehr als 55 Prozent. PET kommt auf einen Marktanteil von etwas mehr als sechs Prozent. Bei den fruchthaltigen Getränken sank der Mehrweganteil bis Oktober um mehr als sieben Prozent, hingegen verzeichnete Einweg ein Plus von 20 Prozent. Klarer Gewinner des Jahres 2003: Mineral- und Heilwasser. Rund 129 Liter Mineral-und Heilwasser trank jeder Deutsche statistisch gesehen. Eine neue Rekordmarke, mit einer Steigerung von 15 Liter gegenüber dem Vorjahr mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 113,7 Litern. Die 230 deutschen Mineralbrunnen brachten 9,6 Milliarden Mineral-und Heilwasser in den Handel – eine Steigerung von 14,6 Prozent. Unbestrittene Nummer Eins mit einem Marktanteil von 55,6 Prozent bleibt das traditionell kohlensäurehaltige Mineralwasser mit einer Absatzsteigerung von 10,1 Prozent. Mineralwasser ohne Kohlensäure legte um rund 39 Prozent zu, bei einem nach wie vor geringem Marktanteil von 3,6 Prozent.

Spitzenreiter bei den Erfrischungsgetränken auf Mineralwasserbasis sind die Fruchtschorlen. Im vergangenem Jahr stieg der Absatz um zehn Prozent auf 585 Millionen Liter. Die Gesamtabsatzmenge aller Mineralbrunnen-Erfrischungsgetränke stieg laut VDM um 10,6 Prozent auf 3,2 Milliarden Liter. „Der Markt ist abwechslungsreich und innovativ. So genannte Functional Drinks, also Getränke mit Zusatznutzen, spielen schon lange eine große Rolle auf dem alkoholfreien Getränkemarkt“, kommentierte VDM-GeschäftsführerStubbe das Ergebnis.

Wermutstropfen 2003, wie in 2002: die Umsatzentwicklung der Mineralbrunnen blieb deutlich hinter der Absatzsteigerung zurück. „Der enorme Preisdruck in der gesamten Lebensmittelbranche lässt keine Höhenflüge zu“, klagte Stubbe. Besorgt zeigt sich die Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke (wafg) in punkto Branchenentwicklung und…