Destination: Spanien – Gate: Costa Brava – Coporacion Alimentaria Peñasanta S.A.(CAPSA)

Combishape-Karton soll Markenanbieter locken

Von oval bis mondförmig, mit vier bis acht Ecken: Fast alles ist machbar

von Timur Dosdogru

Der Marke durch eine individuell geformte Verpackung ein Gesicht geben – dies ist die Idee des Kartonverpackungsherstellers SIG Combibloc in Linnich, der es damit vor allem auf Premiummarken abgesehen hat. Die so genannte Combishape-Linie der deutschen Tochter der schweizerischen SIG Holding AG bietet jetzt schon 40 verschiedene Basisformen für aseptische Kartonverpackungen mit dem shapeTwist-Schraubverschluss. Von oval oder mondförmig, drei-, vier-, fünf- bis hin zu achteckig ist so ziemlich an Form alles Denkbare machbar.

Die erste Anlage dieser Form steht beim spanischen Hersteller Coporacion Alimentaria Peñasanta S.A. (Capsa) in Vidreres, der seine nationale Premium-Milchmarke nun in einen ovalen Karton abfüllen lässt. Die Spanier haben nämlich mittels Kundeninterviews herausgefunden, dass eine ovale Packung aus der Sicht der Verbraucher am besten zu dieser Marke passt. Doch nicht nur im Milchbereich interessiert man sich für Combi-shape, auch für den Fruchtsaftbereich gibt es Interessenten, wie beispielsweise der Fruchtsaft-hersteller Eckes, wie vor Ort in Vidreres zu erfahren war.

Danach soll eine zweite Combishape-Anlage bis Jahresende bei Eckes im Elsass in Betrieb gehen, die laut SIG-Combibloc-Geschäftsführer W. Walter Schäfers auch den Eckes-Säften ein ovales Gesicht geben soll. Auch der Hersteller Capsa, als Spaniens führende Molkerei, will laut seinem Marketingdirektor José Armando Tellado bereits eine zweite Anlage ordern, um alle Natura-Linea-Produkte (Joghurt, Trinkjoghurt) in eine einheitliche Form zu bringen. Zudem wurde die Optimierung verbessert: 700 ovale Combishape-Packungen gehen mittlerweile auf eine Palette, was gegenüber der Slimline-Verpackung mit Verschluss einem Nutzungsgrad von 99,2 Prozent entspricht.

Im Hause Combibloc ist man sich zwar dessen bewusst, dass die Idee einer individuellen Verpackungsform an sich simpel ist, aber trotzdem voller Stolz über die neu geschaffene Vielfalt. So möchte Matthias Enste als Combishape-Produktmanager möglichst nur Premiumprodukte in seiner Verpackung sehen und hofft, dass vor allem Discounter die Finger davon lassen werden. Diesen Markt wolle man lieber einem anderen großen Verpackungshersteller überlassen. „Bei uns soll man nicht von der Stange kaufen.“ Dafür spricht auch der Preis für Combishape: rund zehn bis 15 Prozent sind Combishape-Verpack-ungen teurer als herkömmliche Kartonverpackungen. Der Umstand, dass die Packung sich aus verschiedenen Teilen zusammensetzt, die in der Füllmaschine beim Kunden in ihre endgültige Form gepresst und dann befüllt wird, bedeutet schließlich einen höhren Aufwand.

Die Basis jeder Packung ist ein separater Boden in diversen Formen, der damit die gesamte Form prägt, dazu kommen Mantel und Deckel sowie das dreiteilige Verschlusssystem shapeTwist mit Adapter, Pull-Tab und Schraubkappe. Standardmäßig besteht der Mantel aus Kartonverbunden von Zellstoff, Polyethylen und Aluminium, der Packstoff kommt als bedrucktes und beschichtetes Rollenmaterial zum Kunden, im Gegensatz zum combibloc-System, bei welchem vorgefertigte, flache Mäntel produziert werden.
Zunächst werden in der so genannten Adaptersiegelstation Rundlöcher in die Deckelrollen gestanzt, bevor dann die shapeTwist-Adapter von der späteren Packungsinnenseite eingeschweißt werden. In der Korpuskomponente werden anschließend Boden und Deckel ausgestanzt und mit dem zugeschnittenen Mantel auf Dornrädern zu einer Packung zusammengesetzt. Die Packung wird mit Hitze an den Kanten zusammengesiegelt und nach dem Einsetzen des Bodens wird der Pull-Tab-Verschluss mit einem heißen Stempel an den Adapter geheftet. Vor der Füllung wird die Verpackung…

Die vollständige Redaktion finden Sie in unserer Print-Ausgabe  08/09/2004