Edel-Kreszenzen von Cavicchioli sollen Lambrusco zum Comeback verhelfen

von Timur Dosdogru

Den wahren Weinfreunden ist er ein Greuel – der rote, süße, klebrige und billige Lambrusco ist den meisten Deutschen wohl bekannt und war in den späten 70er und frühen 80er Jahren ein Trendgetränk und auch ein Beweis dafür, dass das so genannte „Komasaufen“ von Jugendlichen keine rein neuzeitliche Erfindung ist, sondern schon damals auf Parties und Zeltplätzen mittels dieses als „Pennerwein“ geschmähten Schaumweins praktiziert wurde.

Die Cantine Cavicchioli U. & Figli bei Modena will diesem Image nun zu Leibe rücken, vor allem mit edlen, trocken ausgebauten Lambruscos. Diese habe es auch schon in den frühen 80ern gegeben, heißt es, nur hätten sie in Deutschland nicht den Hauch einer Chance gehabt, sich auf dem Markt durchzusetzen. Mittlerweile erlebe der Lambrusco eine Renaissance, aber diesmal Begleiter von verschiedensten Speisen – als Aperitifs, zum Barbecue oder auch zu Austern mit einer leichten Rotwein-Vinaigrette sowie zu italienischen Antipasti, Beeren und Beerentorten. Die Rotweinrebe Lambrusco wächst nur in Mittelitalien auf einem begrenzten Gebiet der Emilia Romagna, zwischen Modena, Parma und Reggio n’ell Emilia. Der Lambrusco als solcher wird aus vier verschiedenen Klonen der Rebe hergestellt, wobei jeder einen eigenen DOC-Status besitzt: Lambrusco Reggiano, Lambrusco di Sorbara, Lambrusco Grasparossa di Castelvelso und Lambrusco Salamino di Santa Croce. Derzeit investiert der Edel-Lambrusco-Anbieter Cavicchioli massiv in den deutschen Markt und in ein erweitertes Distributionsnetz, um hochwertigen Lambrusco im gut sortierten deutschen Fachhandel anzubieten. Die Familie Cavicchioli stellt seit 1928 Lambrusco her, die Weine zählen zu den beliebtesten und renommiertesten Italiens. Die drei Weine Salamino Di Santa Croce (halbtrocken), Vigna Del Cristo (trocken) und Col Sassoso (trocken) sollen nun auch die Deutschen wieder auf den Lambrusco-Geschmack bringen – diesmal auf den „richtigen“.