Sprudelnde Fakten märz2004

von Timur Dosdogru

Der Supersommer 2003 hat den deutschen Brunnenbetrieben und Erfrischungsgetränkeherstellern traumhafte Absatzzahlen beschert.
Nach einer Hochrechnung der Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke (wafg) e. V. wurden von Januar bis Dezember 2003 rund 23,4 Milliarden Liter Erfrischungsgetränke, Wässer, Säfte und Nektare verkauft, was einem Zuwachs von 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Pro-Kopf-Verbrauch stieg sprunghaft von 271,1 auf 292,3 Liter. Jeder Bundesbürger trank 114,8 Liter Erfrischungsgetränke (Vorjahr: 112,8 Liter), 134,5 Liter Wässer (118,1) und 43 Liter Säfte und Nektare (40,2). Manche Brunnen meldeten für einzelne Marken und Produkte Absatzzuwächse von über 25 Prozent. Und ohne das Zwangspfand für Einwegverpackungen hätte es noch wesentlich besser ausgesehen. Diese hatten das Nachsehen, so verloren einwegverpackte Produkte wie kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke 9,2 Prozent, Schorlen 10,6 Prozent und Energy Drinks gar 88,5 Prozent. Durch den hohen Mehrweganteil bei Wasser waren die Brunnen die strahlenden Absatz-Sieger.

Nachstehend einige sprudelnde Fakten deutscher Brunnen verschiedener Größenordnungen und deren Marktentwicklung im Zeichen der monatelangen Gluthitze.

MEG ist und bleibt größter deutscher AfG-Hersteller

Die Unternehmensgruppe Mitteldeutsche Erfrischungsgetränke GmbH & Co. KG (MEG), Leißling, konnte mit ihren vier Produktionsstätten in Leißling, Löningen, Jessen und Kirkel im abgelaufenen Geschäftsjahr 2003 einen Absatz von zwölf Millionen Hektoliter erreichen, was einem Wachstum von über acht Prozent entspricht. Damit gilt die sächsisch-anhaltinische Gruppe als größter Hersteller von Mineralwasser und Erfrischungsgetränken in Deutschland.

Trotz dieser positiven Entwicklung hatte auch die MEG – wie die gesamte Branche – unter den Auswirkungen des Trittin’schen Zwangspfands zu leiden. Der zeitweilige Rückgang des Kerngeschäftes konnte allerdings durch eine Ausweitung des Produktportfolios auf fruchtsafthaltige Erfrischungsgetränke, Biermischgetränke und Energydrinks ausgeglichen werden. Damit konnten zudem die Arbeitsplätze gesichert und Kurzarbeit vermieden werden.

Gezielte Investitionen in die Standorte und der kontinuierliche Ausbau der eigenen Marken sollen auch im laufenden Geschäftsjahr die Stellung der MEG als größtem deutschen AfG-Hersteller weiter ausbauen, heißt es aus Leißling.

Gerolsteiner: Innovationsoffensive 2004

Die zur Bitburger-Gruppe gehörige Gerolsteiner Brunnen GmbH & Co. KG kam 2003 auf einen Absatz von 7,825 Millionen Hektoliter und erreichte damit eine Steigerung von 4,5 Prozent bei Mineralwasser und Mineralwasser-Plus-Produkten gegenüber dem Vorjahr. Der Export betrug 231.956 Hektoliter und ist damit um 3,9 Prozent gestiegen.

Für Gerolsteiner-Geschäftsführer Marketing, Vertrieb, Export, Personal, Jörg Croseck, ist das Umsatzplus von vier Prozent auf 215,5 Millionen Euro ein Zeichen dafür, dass die Konzentration auf die Marke Gerolsteiner der richtige Weg war. Mit einer so genannten Innovationsoffensive unter dem Gerolsteiner-Markendach soll der Marktanteil von Gerolsteiner
(2003: wertmäßig 9,6 Prozent, AC Nielsen) – laut Croseck Deutschlands führende Mineralwassermarke – noch weiter steigen.

Das kürzlich eingeführte Gerolsteiner Naturell ohne Kohlensäure konnte sich auf Anhieb Platz Vier im Segment der kohlensäurehaltigen Wässer sichern. Gerolsteiner besitze die finanziellen Möglichkeiten, Innovationen zu finanzieren und zugleich über Akquisitionen zu wachsen, klingt es seitens Croseck schon fast wie eine Drohung – beispielsweise in Richtung Norden. Gerolsteiner sei in Abstimmung mit dem Beirat an weiteren zu verkaufenden Brunnen interessiert.

Enormer Absatzzuwachs für RheinfelsQuellen und Sinalco

Ein Wachstum von sage und schreibe 40 Prozent konnten die RheinfelsQuellen H. Hövelmann in Duisburg-Walsum im vergangenen
Jahr verzeichnen. Der Absatz von Mineralwasser und alkoholfreien Erfrischungsgetränken stieg von 334 auf 467 Millionen Liter. Auch hier gilt das Ergebnis als Rekord in einer über 100-jährigen Unternehmensgeschichte. Inklusive des vor kurzem übernommenen Ardey Mineralbrunnens in Dortmund stieg der Gruppenabsatz auf 569 Millionen Liter.
Der Zuwachs wird auch auf die PET-Gebinde zurückgeführt, die im Hause Hövelmann bereits 47 Prozent des Absatzes ausmachen.

Mehr als 97 Prozent des Gesamtabsatzes der Marken Sinalco, Rheinfels Quelle, Römerwall und Burgwallbronn geht in Mehrwegflaschen. Für Sinalco konnte die nationale Verfügbarkeit im neuen Marken-Mehrweggebinde erheblich ausgeweitet werden, wobei der Absatz von 60 auf über 100 Millionen Liter stieg, was einer Steigerung von 66 Prozent entspricht. Im Kernabsatzgebiet Nordrhein-Westfalen konnte die Marke Rheinfelsquelle mit einem Plus von 16 Prozent aufwarten.

Dabei stagnierte der Absatz von Mehrwegflaschen, während PET-Mehrweg Zuwächse von fast 37 Prozent verzeichnete. Bei der Marke Römerwall stieg PET-Mehrweg um 31 Prozent und weiteres Wachstum in diesem Segment wird auch für die Marke Burgwallbronn gemeldet.

Römerwall Apfelschorle und Römerwall ACE wuchsen je um 14 Prozent, die Spezialitäten Fruchtschorle Waldfrucht und Frucht Joghurt Drink kamen auf Zuwachsraten von über 30 Prozent.

Neues natürliches Sportgetränk von Hassia-Tochter Rosbacher

Welche Getränke nehmen Sportler eigentlich wirklich zu sich, um während des Trainings oder eines Wettkampfes ihre Leistungsfähigkeit zu erhalten? Eigentlich doch Sportgetränke – sollte man meinen. Mitnichten. Zwar ist der Absatz der Sportgetränke in den vergangenen vier Jahren um über 400 Prozent gestiegen, aber Sportler scheinen sie am wenigsten zu schätzen. Dies hat die Hassia Mineralquellen GmbH & Co. KG, Bad Vilbel, in Zusammenarbeit mit dem Institut für
Sporternährung Bad Nauheim und der Fachhochschule Fulda in einer Befragung von Leistungssportlern herausgefunden.

Ziel war es, ein Getränk zu erfinden, welches den Bedürfnissen von Leistungssportlern gerecht wird. Man sei ziemlich überrascht gewesen, als man zu hören bekam, dass weniger als 15 Prozent der Sportler solche Drinks konsumierten, so Hassia-Geschäftsführer Marketing Ullrich Schweitzer. Die Antwort des Bad Vilbeler Familienunternehmens heißt seit Anfang Februar Rosbacher Sport. In erster Linie hat sich herausgestellt, dass Sportler meist eigene Drink-Kreationen von Hand zusammenmischen.

Von den sportiven Durstlöschern erwarten die Befragten an erster Stelle „Natürlichkeit, einen fruchtigen Geschmack, Calcium, Magnesium, Vitamin C und nicht zuletzt isotonische Eigenschaften“, vor allem keine Zusatz- oder Farbstoffe. Und da hapert es bei den meisten isotonischen Sportgetränken wohl am meisten. Zusammen mit dem Bad Nauheimer Institut für Sporternährung entwickelte der zur Hassia-Gruppe gehörige Rosbacher Brunnen den neuen Drink Rosbacher Sport. Dabei handelt es sich um eine Mischung des natürlichen Mineralwassers Rosbacher UrQuelle mit einem 2:1-Verhältnis von Calcium und Magnesium sowie speziell ausgewählten Fruchtsäften, die einem Verhältnis von zwei Teilen Wasser und einem Teil Saft zugesetzt werden.

Dieses Mischungsverhältnis gilt unter Ernährungsfachleuten als ideal, weil der physisch angestrengte Körper mit Flüssigkeit, Mineralstoffen und Energie gleichermaßen versorgt wird. Für die Hassia-Strategen hat sich