Der Mineralwassermarkt in 2004

von Monika Busch

Die weltweit durchgeführte Studie „What`s hot around the globe – Insights on Growth in Food and Beverages 2004“ von AC Nielsen kommt zu dem Ergebnis, dass Gesundheit und Convenience nach wie die stärksten Wachstumstreiber der Lebensmittel- und Getränkeindustrie sind. Sieben Kategorien erreichten zweistellige Zuwachsraten, fünf dieser Kategorien warben mit Gesundheitsvorteilen oder schlankheitsfördernden Eigenschaften.

Eine Gruppe bilden die alkoholfreien Getränke und dort behauptet sich hier zu Lande laut dem Verband Deutscher Mineralbrunnen e.V. (VDM) Mineralwasser mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 125,2 Liter als Spitzenreiter, obwohl das Rekordergebnis von 2003 mit 129,1 Liter nicht erreicht werden konnte. Damit belegt Deutschland im europäischen Vergleich Platz Drei, nach Italien mit 160 Liter, gefolgt von Belgien mit 133,8 Liter.
2004 setzten die 226 deutschen Mineralbrunnen laut VDM rund 9,4 Milliarden Liter Mineral- und Heilwasser ab, bei einem Umsatz von 3.114,9 Millionen Euro (- 0,1 %). Die Mineralbrunnen-Erfrischungsgetränke verloren mit 2.930,8 Millionen Liter ein Prozent.  Hingegen Mineralwasser+Frucht/Schorlen ein Wachstum von 6,8 Prozent auf 593,7 Millionen Liter verzeichnen. Um drei Prozentpunkte sank der Absatz mit  9.381,1 Millionen Liter von Mineral- und Heilwässern. Die einzelnen Segmente entwickelten sich jedoch sehr unterschiedlich. CO2-haltige Mineralwässer mit dem Löwenanteil von 4.922,6 Millionen Liter verloren in 2004 7,2 Prozent. Ein Plus von 1,3 Prozent mit 3.723,1 Millionen Liter erreichten Mineralwässer mit wenig CO2. Das immer noch recht kleine Segment der stillen oder platten Wässer ohne Kohlensäure mit 458,81 Millionen Liter ist weiter auf dem Vormarsch mit einem Plus von 23,1 Prozent. Die aromatisierten Wässer kommen auf 82,1 Millionen (-16,4 Prozent). Heilwässer sanken um 13,1 Prozent auf 194,5 Millionen Liter. Nicht enthalten sind Quell- und Tafelwässer mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von immerhin 6,1 Liter.
Ausreichende Flüssigkeitsaufnahme ist sehr wichtig, mahnen Mediziner und Ernährungsexperten immer wieder an. Dennoch am Arbeitsplatz sind viele Bundesbürger „Trinkmuffel“, rund 48 Prozent trinken während der Arbeitszeit zu wenig.  Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) und der Informationszentrale Deutsches Mineralwasser (IDM). Dabei ist eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme für das Gehirn äußerst wichtig. Als eines der wasserreichsten Organe, wird ständig Flüssigkeitsnachschub benötigt  – die wichtigste Voraussetzung für Konzentrations- und Leistungsfähigkeit, wie die DAK-Ernährungsexperten betonen. Zu Leistungseinbrüchen führt eine nicht ausreichende Getränkeaufnahme auch in der Schule.  Häufig verlassen die Schüler das Haus ohne Frühstück und auch ohne etwas getrunken zu haben. Eine denkbar schlechte Voraussetzung für stressfreies und erfolgreiches Lernen.
Unter dem Motto „Besser denkt, wer öfter trinkt” hat sich die Hassia Mineralquellen mit Unterstützung des Instituts für Sporternährung e.V. Bad Nauheim dieses Fakts angenommen. Im Rahmen der Bad Vilbeler Quellenfestwoche wurden in den ortsansässigen Schulen Workshops zu dem Thema „Trinken und die mentale Leistungsfähigkeit” veranstaltet. Von den Referenten, Schülern sowie Lehrern erhielt der „etwas andere Unterricht” großen Zuspruch. Und das immer noch vielfach geltende Trinkverbot während Unterrichts ist daher nicht mehr nach vollziehbar. Ernährungsexperten und Mediziner sind sich einig: Schüler sollten während des Unterrichts trinken können beziehungsweise dürfen – bei allen Konferenzen, Meetings & Co. der Erwachsenenwelt ist dieser Fakt ein selbstverständlicher.
Vive la difference: an mangelnder Auswahl scheitert das Durstlöschen keinesfalls. Im Gegenteil, auch bei dem Griff zur Wasserflasche hat der Durstige die Qual der Wahl. Der Wettbewerbswind weht eisig. Die GfK ermittelte, dass in nahezu allen Einzelkategorien der alkoholfreien Getränke die Durchschnittspreise deutlich unter denen des Vorjahres lagen. Wertmäßig büßte der Gesamtmarkt der alkoholfreien Getränke im ersten Tertial 2005, so die Nürnberger Marktforscher, knapp sieben Prozent ein. Völlig gleich, ob Aldi als Harddiscounter mit einbezogen wird oder nicht. Die tendenzielle Verschiebung der Nachfrage hin zu den Harddiscountern sorgt für fallende Durchschnittspreise und sinkende Umsätze im Gesamtmarkt. Klarer Gewinner, auch ohne Aldi ist das Segment Wasser mit Zusatz und hier insbesondere die Flavoured- und so genannten Near Water sowie Schorlen. Laut GfK stieg der Absatz um 18 Prozent, wertmäßig steht ein Plus von 14 Prozent.
Durchgesetzt haben sich mittlerweile sehr deutlich die PET-Gebinde. Forciert durch die Discounter wie Aldi, Lidl, Penny & Co. mit 1,5-Liter-PET-Flaschen zu 19-Cent-Preisen in einem anhaltend preisaggressiven Verdrängungswettbewerb. Wie das aktuelle Beispiel MEG durch die Übernahme von Discounter Lidl belegt.  Für das erste Halbjahr 2005 melden die deutschen Mineralbrunnen einen nur „unwesentlichen Rückgang” um 0,5 Prozentpunkte.
Bestätigt hat sich im 1. Halbjahr 2005 der Trend zu kohlensäurefreiem Mineralwasser, der Absatz ist nahezu um ein Viertel gestiegen, der Absatz des klassischen kohlensäurehaltigen Mineralwasser verzeichnet weiterhin einen Rückgang, so die veröffentlichen Zahlen des VDM. Die Verschiebung hin zu kohlensäurefreiem oder kohlensäurearmen Mineralwässern sieht der VDM begründet durch den Imagewandel des Mineralwassers vom reinen Durstlöser zum Wellnessgetränk. Der Absatz der Mineralbrunnen-Erfrischungsgetränke verzeichnet ein leichtes Minus von…

Die vollständige Redaktion finden Sie in unserer Print-Ausgabe  08/09/2005