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Schweizer Wein spricht viele Sprachen…

von Timur Dosdogru

Schweizer Weine sind den Konsumenten hier zu Lande nach wie vor weitgehend unbekannt und wenn doch, dann allenfalls als Fondueweine oder als Begleiter zu Raclette. In den letzten Jahren sind allerdings vermehrt Bestrebungen vorhanden, dies zu ändern. Unter Kennern hat sich das hohe Ansehen helvetischer Weine allerdings schon mehr herumgesprochen. Bei einer Jahresproduktion von rund einer Million Hektoliter bei einer Gesamtrebfläche von etwa 15.000 Hektar kann man nun mal keine großen Sprünge machen, was den Export angeht.

Nach wie vor gehen lediglich rund ein bis zwei Prozent der Schweizer Weine in den Export, den Rest trinken die Eidgenossen selbst – was aber nicht heißt, dass sie keine anderen Weine trinken. Schließlich ist die Schweiz auch ein Weinimportland und die Eidgenossen gelten üblicherweise als Weinkenner, weil sie (auch kulinarisch) stark von den Einflüssen ihrer unterschiedlichen Nachbarländer geprägt sind.
So teilt sich sich die Schweiz nicht nur sprachlich in drei Gebiete (Deutsch, Französisch, Italienisch – oder vier, wenn man das immer weniger gesprochene Rätoromanisch dazuzählt) auf, sondern auch weingeographisch. So entfallen auf die französischsprachige Westschweiz mit den großen Weinbaukantonen Wallis, Waadt und Genf (einschließlich Rebgebiete von Neuenburg, Freiburg und Bielersee) rund 11.400 Hektar Rebfläche. In der deutschsprachigen Ostschweiz mit den Weinbaukantonen Zürich, Schaffhausen, Graubünden, Aargau, Thurgau, St. Gallen und Basel sind etwa 2600 Hektar bestockt, während im italienischsprachigen Tessin als Südschweiz als kleinste der drei Hauptregionen noch rund 1000 Hektar Rebstöcke zu finden sind.

Angeblich sollen sogar die Schweizer überwiegend nicht um die Tatsache wissen, dass es keinen Kanton des Alpenlandes gibt, in welchem kein Wein angebaut wird, auch wenn es sich dabei oft auch nur um kleinste Flächen handelt, die allenfalls lokale Bedeutung haben. Und doch gibt es in diesem kleinen Land sage und schreibe mindestens 50 Rebsorten, davon viele autochthon. Und genau um diese uralten Rebsorten reißen sich die Weinliebhaber. Im Gegensatz zu früher, wo die Schweiz noch als klassisches Weißweinland galt, werden heute flächenmäßig etwas mehr rote als weiße Trauben angebaut. Mengenmäßig sind die Weißweine aber noch in der Überzahl. Die Hauptsorte der Westschweiz ist immer noch der weiße Chasselas, hier zu Lande als Gutedel bekannt. Die Schweiz ist das einzige Land der Welt, in dem diese Sorte so umfassend als Qualitätswein ausgebaut wird. In der Westschweiz findet man überwiegend die klassischen roten Sorten Pinot Noir und Gamay, wobei die Gamay-Traube in den letzten Jahren Konkurrenz von den Neuzüchtungen Gamaret und Garanoir bekommen hat. Die Ostschweiz beinhaltet vor allem Blauburgunder und den weißen Müller-Thurgau und in der Südschweiz ist mit Merlot von jeher Rotwein angesagt.

Die meisten einheimischen Spezialitäten lassen sich jedoch in Form von Petite Arvine, Amigne, Humagne Blanche, Cornalin oder Humagne Rouge im Wallis finden. Zu einem großen Teil ist der Weinbau in der Schweiz Steillagenanbau, wo in erster Linie trockene Weine angebaut w