Die deutschen Hunde

Vor kurzem war ich wieder einmal auf der jährlichen Mitgliederversammlung unseres Verbandes. Wie Sie kennen unseren Verband „Die deutschen Hunde“ nicht? Sie glauben, dass nur Menschen und Betriebe das Recht hätten, sich in Verbänden zusammenzuschließen und für ihre Interessen zu kämpfen? Das könnte Ihnen so passen! Auch Hunde haben Forderungen, für die es sich lohnt, zu kämpfen. Und weil das für einen Hund alleine manchmal schwierig ist, haben wir uns eben zu einem Verband zusammengeschlossen.

Selbst mein so kluges Frauchen hatte lange Zeit nichts von meinen Verbandsaktivitäten mitbekommen. Das hat sicherlich – mindestens – zwei Gründe. Zum einen machen wir nicht so viel Aufheben um unsere Arbeit. Der Hauptgrund ist aber, dass ich keinen Grund habe, mich über die Behandlung zu Hause zu beschweren.

Zurück aber zu Frauchen. Unser Verband interessierte sie natürlich ungeheuer, weil sie doch bei ihrer Arbeit oft mit Verbänden zu tun hat. In aller Ruhe habe ich erklärt, wie das bei uns so zugeht. Dass wir uns regelmäßig treffen, um in aller Ruhe Dinge zu diskutieren, die für alle Hunde wichtig sind. Und dann kam er wieder, der klassische Menschen-Einwand: „Aber wieso sollen denn Chihuahuas und Deutsche Doggen in einem Verband zusammenarbeiten? Die haben doch völlig unterschiedliche Interessen?“ So ein Argument kann wirklich nur von Menschen kommen! Natürlich gibt es Unterschiede zwischen meinen Freunden, den Chihuahuas und den Deutschen Doggen. Das sieht man doch schon auf den ersten Blick. Natürlich beanspruchen die Doggen mehr Platz, aber es gibt doch immer noch genügend Platz für unsere kleinen Vereinsmitglieder. Und vor allem: „Was hat das mit dem Verein zu tun?“ Es gibt genügend Punkte, wo wir gemeinsam für unsere Rechte kämpfen müssen – gleich ob groß oder klein.

Irgendwie konnte ich Frauchen noch immer nicht so richtig überzeugen. „Und da machen wirklich alle mit? Keiner schimpft über den anderen, versucht, ihn schlecht zu reden?“ Na gut, das musste ich zugeben, einer der großen Hunde hat letztens erklärt, er wolle nicht mehr bei uns mitarbeiten. Angeblich sei der Mitgliedsbeitrag zu hoch, in Wirklichkeit hatte er sich wohl über einen Kommentar unseres Vereinsmanagers – ja auch so etwas haben wir – geärgert. „Siehst Du“, sagte Frauchen, Ihr seid Euch doch nicht einig.“ Typisch! Nur weil einer meint, er komme ohne Verband aus, schließt sie daraus, dass der Verband insgesamt nichts bringt. Aber so sind sie nun einmal die Menschen – und ich fürchte, daran ändert auch unser Verband nichts. Aber ich bleibe trotzdem drin!

Bis dann
Euer Viktor