Dreamteam: Mosel und Riesling

Destination: Mosel
Gate: Riesling Grand Prix

von Monika Busch

Weltweit wird das genussreiche Comeback des Deutschen Rieslings gefeiert. Der Mythos des Deutschen Rieslings kehrt zurück in die Weinkeller dieser Welt und erfährt eine längst überfällige Renaissance. „Von der zweiten Zeit des deutschen Rieslings“, spricht die Vereinigung der deutschen Prädikatsweingüter (VDP).

Die erste große Zeit des deutschen Rieslings war die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Auf Augenhöhe mit den großen Weinen des Bordeaux wurden für deutsche Weine noch bis zu Beginn des ersten Weltkrieges stolze Preise gezahlt. Zeugen dieser Zeit befinden sich in den Archiven des VDP: rund 150 Weinkarten europäischer Grand-Hotels und Weinstuben. Wie beispielsweise die Weinkarte des legendären Berliner Hotels Adlon. Zur damaligen Zeit wurden die gleichen Preise  – zwischen 20 und 40 Mark – für deutsche Weine bezahlt, wie für Weine der großen französischen Weingüter. Nachdem das Image des deutschen Rieslings nach den beiden großen Kriegskatastrophen auch in den Nachkriegsjahren nicht mehr im vollen Glanz strahlte, ist nun der deutsche Riesling wieder im Aufwind. So, beispielsweise seit mehreren Jahren in den USA. Hessens Ministerpräsident Roland Koch erntete viel Applaus, als er anlässlich des fünften „Ball des Weines“ in Wiesbaden den Bild-Titel „Wir sind Papst“ in „Wir sind Riesling“ umwandelte. Und VDP-Präsident Michael Prinz zu Salm-Salm konstatierte: „Vor allem die Rückbesinnung auf Qualität hat dem deutschen Wein wieder Weltgeltung wie zu Kaisers Zeiten verschafft.“ Als Eldorado für „die Königin der weißen Reben“ kann die Mosel mit ihren Steillagen bezeichnet werden. Bei 9.127 Hektar bestockter Rebfläche (2004) ist mit 57 Prozent der Riesling die wichtigste Rebsorte in Deutschlands ältester Weinregion. Mit 4.062 Hektar und rund 43,3 Prozent der Rebfläche ist die Mosel die größte geschlossene Steillagenbauregion der Welt. Die Winzer mit den Schiefer-Steillagen in den Flusstälern von Mosel, Saar und Ruwer „trotzen“ der Natur, leisten Schwerstarbeit und bieten Rieslinge der Spitzenklasse – sie sind wirklich „wahre Helden“. Vorwiegend auf den Muschelkalkböden der Obermosel ist der Elbling zu finden, mit sieben Prozent der Rebfläche (650 ha) eine Spezialität der Region. Trocken ausgebaut, bietet die Rebsorte, die bereits schon in der antiken Zeit von den Römern angebaut wurde, einen unkomplizierten schönen Terrassenwein, der Spaß macht. Mit dem ausgelobten Riesling Grand Prix stellte sich die Mosel auch 2005 dem internationalem Wettbewerb. Hier entscheidet das Publikum und nicht so genannte „Weingurus“. Denn nach wie vor gilt: Über Geschmack lässt sich streiten. Dem eigenen Geschmack sollte der Vorzug gegeben werden.
In der Arena Trier drehte sich am 16. April diesen Jahres alles um die Frage: „Wer produziert den besten trockenen Riesling?“. Fast einhundert Weine wurden eingereicht. In verdeckter Probe wurden 24 trockene Spitzenweine aus acht deutschen und fünf internationalen Anbaugebieten angestellt. Unter notarieller Aufsicht wurden die Weine von den rund eintausend Gästen sowie einer Experten-Jury in sechs Durchgängen blind verkostet und bewertet. Moderiert wurde das „Ereignis“ von Jean Pütz, den meisten durch die Hobbythek bekannt. Jedoch auf große Sympathien ist der kölsche Luxemburger bei den Gästen nicht gestoßen. Sehr geehrter Herr Pütz, mit Verlaub, der Riesling Grand Prix ist keine Kölner Karnevalsveranstaltung, sondern eine hochrangige Weinverkostung, die anschließend sofort ausgewertet wurde. Der Sieger 2005: Albert Kallfelz aus Zell an der Mosel mit seinem 2003 Merler Königslay-Terrassen Riesling S. Kallfelz verteidigte somit seinen Sieger-Titel von 2003. Die Experten-Jury hingegen kürte den 2003 Burger Wendelstück Riesling S vom Weingut Paul Knod in Burg/Mosel zum Sieger, beim Publikum lag dieser Wein auf Rang Zwei. Kallfelz belegte bei der Expertenjury den dritten Platz.
Kritische Anmerkungen waren auch zu vernehmen. Die Veranstaltung sei seitens des Publikums zu „mosellastig“, was bedeuten soll, dass die anwesenden Weingenießer ihre Region favorisieren würden, da der Geschmack „gelernt“ sei. Mosel-Saar-Ruwer Weinbaupräsident Adolf Schmitt kommentierte in der Wormser Zeitung: „Das hieße ja, dass die Menschen an der Mosel nur einheimische Weine trinken – leider ist das nicht so.“ Unstrittig ist, dass die Steillagen-Rieslinge der Mosel mit zu den besten der Welt zählen, aber auch andere Weinbauregionen hier zu Lande und weltweit ebenso hervorragende Riesling-Weine bieten. Unstrittig ist aber auch, dass die mineralstoffreichen Schieferböden in Steillagen, sonnenverwöhnt, den Mosel-Riesling in seiner Geschmacksausrichtung prägen und somit von engagierten Winzern Weine von unverwechselbarem Charakter ausgebaut werden.
Die Mosel-Steillagen hat die UNESCO als Weltkulturerbe gelistet. Aufgrund des mehr als hohen Arbeitseinsatzes und häufig fehlender Nachfolge gibt es leider immer mehr brachliegende Flächen. Das hat der Leaders Club zum Anlass genommen, eine brachliegende Steillage zu  erwerben – als Bekenntnis zur Erhaltung dieses Kulturgutes und damit  zum deutschen Spitzenwein. Die Neugründung Leaders Club Wein AG erwarb im Frühjahr 2005 zwei Brachparzellen in der Neumagener Steillage, ein Pacht- und Bewirtschaftungsvertrag mit dem Leiwener Winzer Heinz Schmitt wurde abgeschlossen. Die…

Die vollständige Redaktion finden Sie in unserer Print-Ausgabe  08/09/2005