Fruchtsaftmarkt: Wirtschaftliche Situation nicht befriedigend – PepsiCo und die „Saftoase”

von Monika Busch

Im Fruchtsaftmarkt zeigt sich die wirtschaftliche Situation für die Hersteller nicht zufrieden stellend. 2004 sei ein deutlicher Konsumrückgang spürbar, berichtet der Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie (VdF) anlässlich seiner Mitgliederversammlung. Erzielt wurde 2004 ein Gesamtumsatz von 3,5 Milliarden Euro, gegenüber dem Sonnenjahr 2003 ein Rückgang von 2,8 Prozent. Mengenmäßig ist nach den vorläufigen Zahlen des VdF ein Rückgang von 10,5 Prozent bei Fruchtsäften und Fruchtnektaren zu verzeichnen, wertmäßig schlägt ein Minus von 10,3 Prozent zu Buche. Der Pro-Kopf-Verbrauch sank um 1,7 Liter auf 40,3 Liter (2003: 42 Liter).
Auch die „Lieblinge“ der Deutschen blieben von diesem Rückgang nicht verschont. Orangensaft kommt mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von neun Litern auf ein Minus von sieben Prozent, der Apfelsaftkonsum sank um 2,3 Prozent auf 12,8 Liter. Auch wenn der Vergleich zum Rekordsommer 2003 nicht die Messlatte sein kann, zeigt sich nach wie vor eine unbefriedigende Margensituation. Die Handelsmarken mit einem riesigen Absatzvolumen machen es den Premiumanbietern schwer. Wachstum ist fast ausschließlich nur noch durch Produkt-innovationen oder aber Zukäufe zu erzielen. Denn die „alkoholfreien” liegen im Trend. Fruchtsäfte werden immer mehr zu einem Basisprodukt für innovative alkoholfreie Getränke mit Zusatznutzen, da diese Vitamine, Mineral- oder Ballaststoffe enthalten. Eine neue Wettbewerbssituation im deutschen Fruchtsaftmarkt entsteht zweifels-ohne durch den Erwerb von Punica durch PepsiCo. Der amerikanische Getränkeriese geht davon aus, dass durch die Übernahme dass Fruchtsaftgeschäft von PepsiCo (Tropicana) in Kontinentaleuropa „dramatisch expandieren“ wird.  Durch den Kauf von Punica würde sich zudem Deutschland als PepsiCo’s stärkster Markt für Frucht- und Saftgetränke in Kontinentaleuropa etablieren.
„Punica steht für eine herausragende Marke und für ein herausragendes Team, das unser Getränkeportfolio in verschiedenen schnell wachsenden Branchensegmenten stärken wird. Diese Investition ist ein wichtiger Teil unserer kontinuierlichen Anstrengungen, den Verbrauchern eine ganze Bandbreite an Getränken anzubieten. Auch spiegelt es unseren ungebrochenen Optimismus im Hinblick auf die Wachstumschancen für PepsiCo in Deutschland und ganz Europa wider”, urteilt Michael D. White, President und CEO von PepsiCo International.
Seit 13. Juni diesen Jahres ist nun der Hersteller von Fruchtnektaren und Saftgetränken Teil der Familie der PepsiCo Erfrischungsgetränke. Dietger Dickmann, Geschäftsführer der Punica Getränke GmbH und Hermann K. Gottwald, Geschäftsführer PepsiCo Deutschland, Österreich und Schweiz sind sich einig, dass der Zusammenschluss eine Plattform mit Potenzial für kontinuierlich starkes Wachstum sowohl in  Deutschland als auch in Europa bietet.
Onkel Dittmeyers „Punica” verfügt sicherlich über einen hohen Bekanntheitsgrad hier zu Lande, einhergehend mit einer hohen Verfügbarkeit und einer Vielzahl von unterschiedlichsten Verpackungen. J.W. Childs Associates, L.P.  hatte die Marken Punica und Sunny D erst vor gut einem Jahr von Procter & Gamble erworben und dazu die Sunny Delight Beverages & Co. gegründet. Procter & Gamble erwarb 1984 von Rolf Dittmeyer, „seine Punica“, die Dittmeyer 1977 im Markt einführte, sowie die Marke Valensina. Geworben werden durfte weiterhin mit „Onkel Dittmeyer”. 1998, aus welchen Gründen auch immer, entschloss sich Dittmeyer die Marke Valensina wieder zurück zu kaufen. 2001 musste Dittmeyer Insolvenz anmelden, die Marke wanderte anschließend in das Portfolio der Sportfit Fruchtsaft GmbH & Co. KG in Rheinberg.
Die rund 180 Puncia-Beschäftigten in Hamburg scheinen keinen Stellenabbau befürchten zu müssen. Denn „der Kauf von Punica sei nicht von der Intention getrieben, dort Geld zu sparen”, sagte White in der Financial Times Deutschland. Das Ziel sei vielmehr Wachstum. Eine „Kannibalisierung mit der Marke Tropicana schließt der CEO ebenfalls aus.