Bianca Hopf über den Verkauf der Weißbierbrauerei Hopf

Die Weißbierbrauerei Hopf in Miesbach ist zum 1. Januar des neuen Jahres von der zur Paulaner-Gruppe gehörigen Hacker-Pschorr Bräu GmbH übernommen worden. Das Unternehmen mit einem Jahresausstoß von rund 40.000 Hektoliter zählt zu den beliebtesten Weißbier- und Spezialitätenbrauereien des bayerischen Oberlandes und wird seit 1921 in vierter Generation durch die Familie Hopf geführt. Künftig wird Bianca Hopf zusammen mit Andreas Steinfatt, Geschäftsführer der Hacker-Pschorr Brauerei, das Unternehmen führen.
Mit diesem Schritt sehen die beiden Partner große Chancen für die Zukunft: Hacker-Pschorr kann mit diesem Schritt die eigene Marktposition im Kernmarkt Oberbayern „sinnvoll“ abrunden, wie es heißt, die Weißbierbrauerei Hopf will mit diesem Schritt langfristig ihre Existenz sowie die derzeit 25 Arbeitsplätze und die Option auf einen weiteren Ausbau der Marke sichern. Die dgw sprach mit Bianca Hopf über den Verkauf des Familienunternehmens.

Frau Hopf, was überwiegt nach dem Verkauf eines in vierter Generation geführten Familienunternehmens an einen Mitbewerber in Zeiten eines schwierigen Biermarktes: Eher ein schales Gefühl oder die Sicherheit, den eigenen Namen, der für die Marke steht, in guten Händen zu wissen?
Auf jeden Fall, die Marke in guten Händen zu wissen! Ein klein wenig traurig ist es natürlich schon, aber wir sind der Überzeugung, dass es die richtige Entscheidung war und Hacker-Pschorr der passende Partner für uns ist. Diese Konstellation ermöglicht es uns, das Potenzial der Marke Hopf Weiße ganz zu nutzen, weiter auszubauen und langfristig zu sichern.

Sie führen die Brauerei künftig zusammen mit Hacker-Pschorr-Geschäftsführer Andreas Steinfatt. Wie groß wird denn das Mitspracherecht der Familie Hopf bei wichtigen Entscheidungen künftig noch sein?
Ein Familienmitglied ist ja aktiv in der Geschäftsführung dabei, und auch mein Vater wird Herrn Steinfatt und mich die nächsten Jahre aktiv als Berater begleiten. Herr Steinfatt weiß, wie wichtig die Familie Hopf auch in Zukunft für die Brauerei ist, und freut sich auf eine aktive Zusammenarbeit mit uns. Außerdem hat die Muttergesellschaft der Hacker-Pschorr-Brauerei aus den Fehlern der Vergangenheit hier in der Region dazugelernt….

Welche Auswirkungen wird die Übernahme auf das Hopf-Portfolio haben? Wird Hopf dann nicht eine Marke von vielen im Hacker-Pschorr/Paulaner-Sortiment sein?
Nein. Die Weißbierbrauerei wird Teil des Brauereien-Portfolios von Paulaner sein, aber wie werden uns weiterhin nur auf unsere Weißbierspezialitäten konzentrieren. Natürlich werden wir Hacker-Pschorr-Produkte mit aufnehmen, um auf Wunsch gemeinsame Kunden hier in der Region mit dem Gesamtsortiment beider Brauereien beliefern zu können. Ansonsten hat jede Brauerei der Gruppe ihr eigenes Sortiment.

Plant der neue Eigentümer Investitionen zum Ausbau von Markt und Marke, vielleicht über den bisherigen Kernmarkt hinaus? Ist eine größere Regionalmarke Hopf denkbar?
Hopf als größere Regionalmarke ist durchaus denkbar, aber momentan noch nicht spruchreif. Das Hauptaugenmerk ist erst einmal auf den Ausbau unseres Kernmarktes gerichtet, da können wir noch einiges tun. Außerdem hat Hopf ja auch ein verhältnismäßig großes Auslandsgeschäft, um das wir uns auch in Zukunft bemühen werden.

Die Redaktion bedankt sich für das Gespräch.