Ein Leben für die Automatenwirtschaft

Paul Gauselmann konnte am 12. März ein ganz persönliches Jubiläum begehen: Vor genau 50 Jahren an diesem Tag war der Vorstandsvorsitzende der Gauselmann Gruppe, Espelkamp, in die Automatenwirtschaft gegangen – eine Entscheidung, die ihn bis heute prägen und den Grundstein für sein heutiges Imperium legen sollte.

von Timur Dosdogru

Die Gauselmann Gruppe ist heute mit das weltweit führende Unternehmen in Sachen Unterhaltungsautomaten und Geld-Gewinn-Spiel-Geräte mit einem Umsatz von 686 Millionen Euro und 5625 Mitarbeitern im In- und Ausland.
Nach dem Besuch der Volksschule in Münster, die Paul Gauselmann 1950 als Bester seines Jahrgangs abschloss, folgte eine Ausbildung zum Fernmelderevisor bei Telefonbau und Normalzeit (T + N), gefolgt von einem sechsmonatigen Sonderlehrgang in der Frankfurter Firmenzentrale. Beides schloss er mit Auszeichnung ab und begann mit 21 Jahren seine Karriere als Revisor bei T + T in Lengerich – als Vorgesetzter von zwei Monteuren, mit einem eigenen Auto und einem – für damalige Zeiten sehr guten – Einstiegsgehalt von 370 Mark. In der Automatenwirtschaft könne man gut 600 Mark monatlich verdienen, erzählte ihm ein Bekannter, was den jungen, bereits zweifachen Familienvater auch in Hinsicht auf die vielfältigen Berufsaussichten 1956 zum Wechsel veranlasste.
Nun war er für den Generalimporteur amerikanischer Wurlitzer-Musikboxen in Coesfeld tätig und in seiner Freizeit begeisterter Tüftler, der unter anderem eine Fernwahlbox für deutsche Musikboxen entwickelte. Diese Erfindung stellte er einem Automatenunternehmen in Espelkamp vor, wo er noch zum Jahresende anfing. Zur Jahresmitte 1957 begann Gauselmann mit der nebenberuflichen Aufstellung von Musikboxen – ein Grundstein auf dem Weg zum späteren Automatenimperium. Sein damaliges Gehalt dürfte der technikbegeisterte  und geschäftstüchtige Tüftler mittlerweile weit gesteigert haben.