Fruchtsaftindustrie will höhere Preise forcieren

afg > Die deutsche Fruchtsaftindustrie will die niedrigen Preise der Branche nicht länger hinnehmen, wie es auf der diesjährigen Mitgliederversammlung des Verbands der deutschen Fruchtsaft-Industrie e. V. (VdF) hieß, der im Mai eine Preisoffensive gestartet hat.

von Timur Dosdogru

Die Branche leidet unter steigenden Produktionskosten und steigenden Aufwendungen für die Qualität, dazu kommen noch sinkende Absatzzahlen. Der Aufwand spiegele sich bereits seit Jahren nicht mehr im Preis wider, heißt es. Vor allem seit dem Herbst vergangenen Jahres habe sich die Situation beim Import von Orangensaftkonzentraten aus Brasilien zugespitzt, Steigerungsraten von rund 100 Prozent hätten zu einer bislang nicht gekannten Kostenexplosion beigetragen. Um diese aufzufangen müsse der Literpreis um mindestens 16 bis 18 Cent pro Liter, unter Berücksichtigung aller Kosten gar um bis zu 20 Cent steigen, so der VdF. Der zusätzliche Druck durch Billigstpreise im Discount verschärft die Lage noch.

Daher lautete das Motto auf der diesjährigen Mitgliederversammlung „Hohe Qualität der Produkte fordert adäquaten Preis“. Insgesamt beschäftigt die Branche rund 7500 Mitarbeiter in 429 Betrieben, der Umsatz ging im vergangenen Jahr um 1,1 Prozent auf 3.404, 8 Millionen Euro zurück. Auch der Fruchtsaftkonsum ging bundesweit um 0,9 Liter pro Kopf zurück, obwohl die Deutschen mit einem Verbrauch von 39,8 Liter weiterhin an der Weltspitze bei Fruchtsäften  und -nektaren liegen.

Danach folgen die USA (33 Liter), Großbritannien (23 Liter), Frankreich (22 Liter) und Italien (15 Liter). In Deutschland steht purer Fruchtsaft aus 100 Prozent Frucht an erster Stelle, durchschnittlich trank davon jeder Deutsche 2005 rund 27 Liter.
An zweiter Stelle folgen Fruchtnektare mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 13 Liter und Fruchtsaftschorlen (5 Liter).