In einem Boot: Krombacher mit WWF, Kinderhilfswerk und DKMS

von Timur Dosdogru

„Klar wollen wir Bier verkaufen“, so unumwunden Hans-Jürgen Grabias, Geschäftsführer Marketing der Krombacher Brauerei Bernhard Schadeberg GmbH & Co. KG, Kreuztal, zur neuesten Werbeaktion, die zum 1. April startete. Klar ist auch, dass die Öffentlichkeit solche Aktionen kritisch beäugt, aber moralisch Verwerfliches dürfte sich hierbei nichts großartig finden lassen.

Denn, wie bei der vielzitierten Regenwald-Aktion mit Promi-Star Günther Jauch, die von den Mitbewerbern mit einfalls- und erfolglosen gerichtlichen Auseinandersetzungen begleitet wurde, geht es auch diesmal neben dem Verkauf von Bier und der Fußball WM um einen guten Zweck, von dem aber neben dem WWF Deutschland diesmal auch das Deutsche Kinderhilfswerk und die Deutsche Knochenmarkspenderdatei DKMS profitieren sollen.
Immerhin mindestens drei Millionen Euro Spendengelder will Krombacher damit für diese Organisationen zusammenbringen, wobei den Verbrauchern die Entscheidung über die Verteilung der Gelder obliegen soll – ein „plebiszitäres Element der Mitbestimmung“, wie Günther Jauch es feinsinnig zum Start der Aktion ausdrückte. Diesmal hat Krombacher noch einmal richtig in die Promi-Kiste gegriffen und auch – passend zur WM – Rudi Völler mit ins Boot geholt und der Schauspieler und Kabarettist Ottfried („Otti“) Fischer setzt im wahrsten Sinne des Wortes noch eins drauf – „Gute Sache, gutes Bier!“, bringt es der Slogan auf den Punkt. Von jeder verkauften Flasche Krombacher wird ein Cent gespendet – über die Verteilung wird per Telefon, per Internet oder am PoS entschieden. Während des gesamten Aktionszeitraums bis zum 9. Juli soll aktuell in den Medien über den Spendenstand informiert werden, dieser ist auch auf der Krombacher-Homepage einsehbar.
Auch die Vertreter der drei vorgenannten Organisationen zeigten sich bei der offiziellen Vorstellung der Aktion in Düsseldorf guter Dinge, immerhin profitieren sie auch namentlich von der Werbepower, die Krombacher in die Marke hineinsteckt. „Die wichtigen Initiativen des Deutschen Kinderhilfswerkes können nur dauerhaft fortgeführt werden, wenn in Zeiten knapper Kassen auch Privatpersonen und Firmen Flagge zeigen“, so dessen Präsident Thomas Krüger, man freue sich über den neuen Partner.
Eine „Riesenchance“ sieht auch Claudia Rutt, Geschäftsführerin der Deutschen Knochenmarkspenderdatei DKMS, in der Aktion. Als diese vor 15 Jahren ins Leben gerufen wurde, gab es gerade mal 3000 Spender, deren Zahl mittlerweile auf 1,3 Millionen angestiegen ist. Die Chance, für einen Patienten damals einen passenden Stammzellspender zu finden, war damals fast Null – heute erhalten täglich vier bis fünf Spender Stammzellen aus der weltweit größten Datei dieser Art, die sich mittlerweile ausschließlich über Privat- und Firmenspenden finanzieren muss – schließlich kostet es 50 Euro, eine Stammzellspende durchzuführen, was man dem Spender ja schlecht auch noch selbst aufbürden kann.
„Die Teilnahme an der Krombacher Spenden-Offensive 2006 hilft dabei, dass wir bekannter werden, und sie wird Spenden generieren, die wir dringend  für die Menschen benötigen, die auf uns hoffen“, so Rutt. „Als alte Bekannte“ seit der Regenwald-Aktion sehen sich Krombacher und der WWF Deutschland, über 2,4 Millionen Euro befinden sich seit den Jahren 2003 bis 2004 im Etat der „Regenwald Stiftung“ des WWF, welche die Unterstützung zahlreicher Projekte und einen dauerhaften Schutz der betreuten Schutzgebiete Dzanga Sangha im zentralafrikanischen Regenwald sichern. Der WWF…

Die vollständige Redaktion finden Sie in unserer Print-Ausgabe 05/2006