Riesling als Wachstumsmotor der deutschen Weinexporte

Deutsches Weininstitut richtet sich nach Görings Abgang neu aus / Keine „Grundsatzdiskussion“

von Timur Dosdogru

Nach dem Rauswurf Armin Görings aus der Geschäftsführung des Deutschen Weininstitutes (DWI) und der Deutschen Weinakademie versucht das DWI einen Neuanfang (siehe dgw 8/06). Branchenkennern zufolge sei Göring nach einer externen Marktforschung über die besonders kostenintensive Arbeit des DWI in Ungnade gefallen, zahlreiche Projekte hätten viel Geld verschlungen, die in ihrem Aufwand in keinem Verhältnis zum Nutzen gestanden hätten, wird in der deutschen Rebenwelt gemunkelt. Die Frage nach persönlichen Verfehlungen, wie beispielsweise Untreue, schließt man in der Branche aber aus. Vorerst richten soll es nun Interimsvorstand Holger W. Kirsten (wie berichtet).

Es gebe aber keine „Grundsatzdiskussion“, wie der Aufsichtsratsvorsitzende des Deutschen Weinfonds, Norbert Weber, betont: „Durch die Evaluation sollten das DWI oder die DWA als Institution zu keiner Zeit in Frage gestellt werden. Es war auch nicht beabsichtigt, eine Grundsatzdebatte über den Sinn und Zweck einer gemeinschaftlichen Weinwerbeeinrichtung zu beginnen, denn die Notwendigkeit eines zentralen Marketings und der weltweiten Kommunikation für deutsche Weine steht nicht zur Diskussion. Es ist jedoch im Hinblick auf anstehende Veränderungen der Rahmenbedingungen – insbesondere auf europäischer Ebene – erforderlich, dass sich das DWI in seiner Organisation und Strategie zukunftsfähig ausrichtet.“
Das gute und ständig weiter steigende Image des deutschen Weines im Ausland ist aber zweifellos auch ein Verdienst des DWI, weshalb auch im kommenden Jahr an den zwölf bestehenden Auslandsbüros in Nordamerika, Europa und Asien festgehalten werden soll – schließlich werden rund 70 Prozent des Auslandsbudgets in die vier größten Exportmärkte Großbritannien, USA, Niederlande und Japan investiert.
Aber auch künftig verbietet das Budget die direkte Ansprache des Endverbrauchers im Ausland durch klassische Werbung. Oberstes Ziel sei daher, die wichtige Gruppe der Meinungsbildner und Multiplikatoren aus Medien, Handel und Gastronomie für deutsche Weine zu gewinnen.
Das DWI-Marketing soll sich dabei wie bisher ausschließlich auf Imagebildung und Absatzförderung im Spitzenwein- und Mittelpreissegment konzentrieren – mit der „Leitrebsorte Riesling“. 60 Prozent des weltweiten…

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