50 Jahre Gauselmann-Spielgeräte: Eine deutsche Erfolgsgeschichte

Vor allem eine deutsche Erfolgsgeschichte sei die 50-jährige Geschichte der heutigen Gauselmann AG, die trotz ihrer weltweiten Bedeutung – das Unternehmen ist einer der führenden, globalen Anbieter von Unterhaltungsspielgeräten mit und ohne Geldgewinn – nach wie vor immer noch im westfälischen Espelkamp beheimatet ist. Darauf legt der Firmengründer Paul Gauselmann, der im Juni 1957 als Einmann-Automatenaufsteller den Grundstein für einen internationalen Konzern legte, besonderen Wert.
Gerne kokettiert der Patriarch und Träger des Verdienstkreuzes 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland – der auch schon als „Automatenpapst“ oder „Deutschlands Automatenkönig“ tituliert wurde – zuweilen auch mit der Aussage, er habe heutzutage eigentlich nicht mehr viel zu sagen, man solle sich an seine Söhne wenden.
In der Tat ist die Gauselmann AG trotz ihrer weit reichenden, internationalen Struktur in ihrer Führung noch ein echtes Familienunternehmen, über das auch Ehefrau Karin wacht, die Paul als seine beste Ratgeberin bezeichnet und auch unverblümt zugibt, dass das Unternehmen nur so weit kommen konnte, weil sie auch die insgesamt vier Söhne hauptsächlich erzogen und ihm den Rücken freigehalten habe.
Mit – wie es heißt – westfälischen Charaktereigenschaften wie Fleiß, Mut und Ausdauer sowie unternehmerischer Weitsicht, dem Blick für’s Wesentliche und „einem Quäntchen Glück“ lernte der am 26. August 1934 in Borghorst bei Münster geborene Paul Gauselmann den Beruf des Fernmelderevisors, den er anschließend auch ausübte. Bis ihm ein Freund aus einer Automatenfirma Mitte der 50er Jahre von den guten Verdienstmöglichkeiten in dieser Branche berichtete, was Paul veranlasste, 1956 zu einem Automatenunternehmen für Musikboxen zu wechseln. Ein Jahr später entschloss sich der technikbegeisterte Paul, neben der Arbeit auch noch selbständig Musikautomaten aufzustellen – und legte damit den Grundstein für sein späteres Imperium. Nebenbei tüftelte Gauselmann auch noch an eigenen Entwicklungen und Innovationen, worunter auch sein erstes von 300 heute eigenen Patenten zählt: Eine Fernwahlbox für deutsche Musikboxen. Mit 15 Angestellten wagte sich Gauselmann 1964 dann in die vollständige unternehmerische Selbstständigkeit. Sein großer Wurf war die Schaffung der Marke Merkur, als „Erfindung“ der modernen Spielotheken, von denen die erste 1974 in Delmenhorst eröffnet wurde. Die Merkur-Spielotheken finden sich heute rund 200 Mal in Deutschland und bilden nach wie vor die größte nationale Spielstättenkette der Bundesrepublik, die auch noch mit 65 Objekten unter dem Namen Merkur Casino in neun europäischen Ländern vertreten ist.
Zudem wollte Gauselmann aber auch selbst Geld-Gewinn-Spiel-Geräte (GGSG) entwickeln und produzieren und 1977 kam das erste Gerät unter dem Namen Merkur B auf den Markt – der Aufstieg zum Marktführer sollte beginnen. Die Gauselmann AG als Holding mit zentralen Dienstleistungen für viele der inzwischen entstandenen Unternehmen wurde 1980 gegründet.
Die globalen Aktivitäten der Gruppe starteten 1993 mit Gründung der Tochterfirma Atronic und dem Einstieg in das internationale Casinogeschäft, womit die Gruppe beispielsweise als einziges deutsches Unternehmen Herstellerlizenzen für den wichtigen amerikanischen Casinomarkt in Nevada besitzt. Weltweit sind es heute 223 Vertriebs- und Herstellerlizenzen, beliefert werden weltweit 90 Länder. Relativ neu im Gauselmann-Sortiment ist das Sportwettgeschäft – zunächst in Italien – um in Zukunft im zu erwartenden liberalisierten europäischen Sportwettmarkt mitmischen zu können.