Brief an die Redaktion zum Kommentar „Sehnsucht nach dem ehrlichen trockenen Kabinett“, dgw Ausgabe 1/2/07 vom 5.2.07

Sehr geehrte Damen und Herren,
mit großem Interesse habe ich die Ausführungen des Herrn Moselt gelesen. Es steht dem Autor selbstverständlich frei, über die Begriffe „herb“ und „mild“ sowie deren umgangssprachliche Anwendung zu philosophieren.
Wenn er jedoch gesetzlich definierte Grenzwerte bestimmter Geschmacksangaben für Wein oder Sekt wiedergibt, sollten diese doch der Wahrheit entsprechen. Ein Wein wird nämlich als „süß“ bezeichnet, wenn er mindestens 45 Gramm pro Liter Restzucker enthält und nicht, wie von Herrn Moselt dargestellt, 35 g/l. Außerdem wurde von Herrn Moselt die Restzucker-Obergrenze für trockene Sekte falsch angegeben: Diese liegt nicht bei 32 g/l sondern bei maximal 35 Gramm pro Liter. Darüber hinaus ist beim Sekt – auch wenn es Herr Moselt nicht wahr haben will – der Begriff „süß“ für Sekte mit mehr als 50 Gramm Restzucker nicht zulässig. Für diese Sekte sind die Begriffe „mild“ oder „doux“ oder „sweet“ gesetzlich vorgeschrieben.Wer den Verbrauchern reinen Wein einschenken will, sollte sich zuvor doch bitte richtig kundig machen.

Mit freundlichen Grüßen aus Mainz

Ernst Büscher
Leiter der Pressestelle Deutsches Weininstitut