Liebe Leser, in dieser Kolumne kommen Sie zu Wort. Schreiben Sie Viktor, er wird auch niemanden verraten. Großes Ehrenwuff!

Viktor

Kommunikation ist alles…!

Frauchen arbeitet ja in der Kommunikationsbranche. Dazu gehören all diejenigen, die Informationen senden, be- und verarbeiten. In dieser Branche gibt es aber „sone und solche“, wie wir hier an der Ruhr sagen. Dabei ist es so unglaublich wichtig, klar zu kommunizieren. Mir fiel da wieder die Geschichte von den Tieren des Waldes ein, die mir vor kurzem ein Freund erzählt hat:
Im Wald hält sich unter den Bewohnern hartnäckig das Gerücht, dass der Bär eine Todesliste habe. Und wer da drauf stehe, der werde nicht mehr lange leben. Weil aber keines von den Tieren wusste, ob es nun auf der Liste stand oder nicht, machte sich der große stattliche Hirsch als erstes auf den Weg zum Bär. „Hör mal, Bär, ich hab´ gehört, Du hast eine Todesliste?“ „Ja, das stimmt!“ „Stehe ich da auch drauf?“ Ja, Du stehst auch auf der Liste.“ So ein Ärger, dachte sich der Hirsch und zog von dannen. Zwei Tage später fand man ihn tot im Wald liegend.
Die Aufregung unter den Tieren stieg von Tag zu Tag. Aber erst nach einer Woche machte sich der große stattliche Keiler auf den Weg zum Bären. „Hör mal, Bär, ich hab´ gehört, Du hast eine Todesliste?“ „Ja, das stimmt!“ „Stehe ich da auch drauf?“ Ja, Du stehst auch auf der Liste.“ So ein Ärger, dachte sich der Keiler und zog von dannen. Und siehe da, zwei Tage später lag auch der Keiler tot im Wald.
Kein Tier traute sich jetzt noch, zum Bär zu gehen, und so dauerte es noch eine weitere Woche, bis es der kleine Hase nicht mehr aushielt und sich auf den Weg machte: „Hör mal, Bär, ich hab´ gehört, Du hast eine Todesliste?“ „Ja, das stimmt!“ „Stehe ich da auch drauf?“ Ja, Du stehst auch auf der Liste.“ Soweit so gut, das kennen wir ja schon. Der Hase war aber schon immer etwas schlauer als die übrigen Waldbewohner und vor allem wusste er, wie man professionell kommuniziert. „Du Bär, kann man mich von dieser Liste streichen?“ „Natürlich – überhaupt kein Problem!“ Und beglückt zog der Hase von dannen.
Was lehrt uns das? Es reicht oft nicht aus, lediglich die Fakten abzufragen. Viel wichtiger ist es, nach Alternativen zu suchen und Vorschläge zur Lösung eines möglichen Problems zu machen. Und wenn man dann noch genau weiß, was man will, dann liegt die Lösung oft einfach auf der Hand.
Frauchen fand diese Geschichte übrigens ganz toll – und über ein Lob von ihr freue ich mich immer gerne. Allerdings hat sie dann gleich noch zwei Variationen erfunden, wobei die Ausgangslage immer die gleiche ist: Bei den Brauereien in Deutschland hält sich hartnäckig das Gerücht, der große Bär aus Frankfurt habe eine Einkaufsliste und wer darauf stehe, der werde über kurz oder lang gekauft.
Variante 1: Das kleine tapfere Schneiderlein geht zum großen Bär und möchte gerne von der Liste gestrichen werden. Antwort: „Klar, kein Problem!“

Variante 2: Der Vordermann in der Reihe der Tiere geht zum großen Bär, der ihm mitteilt, dass er gar nicht auf der Liste steht. Darauf die Frage „Kann ich da nicht draufkommen?“ Die Antwort des großen Bären ist allerdings nicht überliefert.

Euer Viktor