Mineralbrunnen erlebten durchwachsenes Jahr 2006

von Timur Dosdogru
Da von der Fußball-WM im Getränkebereich überwiegend nur die Bierbranche profitierte, mussten die deutschen Brunnen noch bis zum heißen Juli auf die erhofften Mineralwasser- und AfG-Absätze warten, aber auch nur, um vorerst die Absatzeinbrüche des ersten Halbjahres 2006 ausgleichen zu können. Trotz des insgesamt durchwachsenen Jahres waren in der Branche auch Erfolgsmeldungen zu verzeichnen.

Gerolsteiner wieder über
7-Millionen-Hektoliter-Grenze

Die Gerolsteiner Brunnen GmbH & Co. KG beispielsweise, sieht sich laut eigener Analyse als Marktführer 2007 mit deutlichem Absatz- und Umsatzzuwachs: 7,1 Millionen Hektoliter Mineralwasser- und Mineralwasser-Plus-Produkte in umgerechnet rund 832 Millionen Flaschen steigerten das Absatzergebnis um 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr 2005.
Der Netto-Warenumsatz stieg um 7,7 Prozent auf 208,8 Millionen Euro, womit der Brunnen nach zwei rückläufigen Jahren wieder über die 7-Millionen-Hektoliter-Grenze kam. Deshalb führt man den Erfolg im Hause Gerolsteiner vor allem auf die Produkteinführungen seit 2004 zurück. Das Basisgeschäft mit den Mineralwasserprodukten Gerolsteiner Sprudel, Stille Quelle Medium, Naturell und St. Gero Heilwasser stieg um zwei Prozent, während Neuheiten um insgesamt über 70 Prozent zulegen konnten: Gerolsteiner Fit legte um das Doppelte zu.
„Mit unseren Produkt- und Verpackungsinnovationen ist uns unter schwierigen Marktbedingungen ein Coup gelungen. Nach wie vor wächst der Markt im Wesentlichen über Billig- und Billigstangebote. Unser überproportionales Umsatzwachstum bestätigt, dass der Konsument bereit ist, bei Mehrwert auch mehr zu investieren“, so die Einschätzung von Jörg Croseck, Sprecher der Gerolsteiner Geschäftsführung. Auch im nationalen Gastronomiegeschäft konnte ein Zuwachs von 7,4 Prozent verzeichnet werden, auch der Export stieg um 1,9 Prozent. Zwölf neue Länder konnte sich Gerolsteiner erschließen, neben den baltischen Staaten auch Japan, und ist laut eigenen Angaben mit weltweit 34 Ländern das führende Export-Mineralwasser.
Weiteres Wachstum soll in diesem Jahr nach Vorstellung der Geschäftsführung durch Investitionen in Neuprodukte und Technologie erreicht werden, weshalb nach bereits 10,5 Millionen Euro im laufenden Jahr die stattliche Summe von 24,5 Millionen Euro in die Erweiterung der Abfüllkapazitäten und den Umbau bestehender Anlagen investiert werden soll. Darüberhinaus soll es ein neues Vitalgetränk auf Basis natürlicher Inhaltsstoffe richten, welches eine neue Produktkategorie auf dem deutschen Markt darstelle, heißt es weiter.

Brohler: Plus im 100. Jubiläumsjahr

Auch die Brohler Mineral- und Heilbrunnen GmbH, Brohl, sieht 2006 als ein gutes Jahr für die Unternehmensgeschichte. Im 100. Jubiläumsjahr seines Bestehens konnte der Brunnen ein nicht näher beziffertes Wachstum verzeichnen, vor allem für die Mediumvarianten von Brohler und Steinsieker. Auch in der Gastronomie sei vor allem für Brohler Gourmet Medium ein kräftiger Schub zu verzeichnen, womit auch im laufenden Jahr weiter gerechnet wird. Ergänzt wurde das Sortiment 2006 mit der komplett neuen Steinsieker-Balance-Range.
„Die kontinuierliche Schärfung der beiden Markenprofile von Brohler und Steinsieker ist ein wesentlicher Erfolgsbaustein für das glaubwürdige Besetzen des Premiumsegments“, beschreibt Dr. Judith Schilling, geschäftsführende Gesellschafterin Marketing und Vertrieb, den Spagat eines mittelständisch geführten Familienunternehmens mit zwei erfolgreich platzierten Mineralwassermarken im oberen Preissegment.

Staatlich Bad Meinberger
punktet in der Gastronomie

Die in Ostwestfalen ansässige Staatlich Bad Meinberger Mineralbrunnen GmbH & Co. KG, Horn-Bad Meinberg, konnte 2006 vor allem in der Gastronomie mit Staatlich Bad Meinberger exclusiv punkten, hier wurde ein Zuwachs von 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr erreicht. 2006 verzeichnete der Brunnen im Gesamtabsatz 72,1 Millionen Füllungen, 7,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Davon entfielen auf Mineralwasser 64,8 Millionen Füllungen (plus 6,8 Prozent) und 7,3 Millionen auf Erfrischungsgetränke (plus 15,9 Prozent). Neben den 2006 platzierten Near-Water-Produkten Mineralwasser plus Apfel und plus Cassis wurde im Oktober die Produktrange der aromatisierten Wässer um Mineralwasser plus Wald-Erdbeere + Pfeffer erweitert.
In diesem Jahr will Bad Meinberger die konsequente Ausrichtung auf umweltfreundliche Mehrweggebinde weiter fortsetzen um bewusst auf „Wachstum aus Einweg-Billigabsatz in discountierenden Vertriebslinien“ zu verzichten, wie es heißt.

Wachstum für RheinfelsQuellen

Einen Absatzzuwachs von 1,1 Prozent vermeldet auch die RheinfelsQuellen H. Hövelmann GmbH & Co. KG, Duisburg. Der Gruppenabsatz inklusive des Ardey Mineralbrunnens in Dortmund stieg auf 596,5 Millionen Liter oder 722 Millionen Füllungen – 95 Prozent davon in Mehrweggebinden. Auch der PET-Anteil habe zugenommen, heißt es weiter, und dieser liege aktuell bei über 57 Prozent. Die Marken Rheinfels Quelle, Römerwall und Burgwallbronn konnten um 3,5 Prozent zulegen, zusätzliche Impulse werden durch die Neueinführung von Rheinfels Quelle Naturelle erwartet, auch Apfelschorle, die Wellnessgetränke Aktiv und Vital sowie Rheinfels Quelle Lemon und Aquintéll seien in der Gunst der Verbraucher weiter gestiegen.
Die seit 1905 existierende Vorzeigemarke Sinalco konnte ihren Absatz in Deutschland mit 160 Millionen Liter stabilisieren – trotz eines rückläufigen Limonadenmarktes. Mit einem Bekanntheitsgrad von über 91 Prozent wurde der Limonadenklassiker kürzlich in die Riege der „Marken des Jahrhunderts“ aufgenommen – im Werk von Autor Dr. Florian Langenscheidt…

Die vollständige Redaktion finden Sie in unserer Print-Ausgabe 03/2007