Endorphine und Morphine – vom Gehirn in die Verpackung

„Limbisch“ verpacken
von Timur Dosdogru

Wie die archaischen Gefühlsbereiche des limbischen Systems im Gehirn Entscheidungen und Verhalten regulieren – vor allem Kaufentscheidungen – ist Gegenstand einer Studie namens „Verpacken sie limbisch!“ der Interessengemeinschaft der Karton- und Faltschachtelhersteller Pro Carton. Ausgangspunkt der Studie ist das so genannte Limbic-Modell des Neuromarketingexperten Dr. Hans-Georg Häusel (Gruppe Nymphenburg Brand & Retail Experts), der mit seinem Institut die limbischen Aspekte des Verpackungsdesigns als Erfolgsfaktor untersucht hat.

Häusels Limbic-Modell gilt laut Pro Carton für die Hirnforschung als weltweit anerkannt. Im limbischen System des Gehirns werden Emotionen verarbeitet, außerdem entsteht in dieser Region unserer grauen Zellen ein Teil unseres Triebverhaltens, dort werden auch die den Körper belohnenden Endorphine ausgeschüttet – zum Beispiel, wenn man sich etwas Schönes kauft. Ausgehend vom Lymbic-Modell wird geschätzt, dass weit über 70 Prozent unserer Kaufentscheidungen unbewusst ablaufen und auch die übrigen „freien“ 30 Prozent sollen danach längst nicht so frei sein, wie man glaubt. Und damit stellt sich wieder eine der wichtigsten Fragen in Marketing und Verkauf: „Warum kaufen Kunden?“
Platt und allgemein formuliert könnte man fragen: zieht endlich mehr Hirnmasse ins Marketing ein?
Für die Kartonhersteller ist selbstredend der Bezug zu ihrer Branche sehr interessant, weil sie ihre Verpackungen entsprechend den emotionalen Kriterien gestalten können. Sprich: es werden genau die Menschen erreicht, für die Produkt und Verpackung erdacht wurden, die Käufer können aus der

Die vollständige Redaktion finden Sie in unserer Print-Ausgabe 05/2008