Getränkefachgroßhandel: Revidierter „Aufschwung“ nun eingetroffen

von Timur Dosdogru, Foto u. Charts GFGH

Im Juni 2007 hatte der Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels noch verhaltene Zuversicht propagiert, die er schon im August für dasselbe Geschäftsjahr wieder nach unten revidierte. Nun ist es wohl so, die korrigierte Prognose 2007 scheint nun amtlich, der Aufschwung ist (nicht nur) im Getränkemarkt nicht angekommen.

Die einst aufkeimende Zuversicht sei der Ernüchterung gewichen, so der Geschäftsführende Vorstand Günther Guder, der damit die Hoffnung korrigierte, dass die Konjunktur nun auch bald den Binnenmarkt erreichen werde. Auch für das laufende Jahr 2008 gibt es nicht viel, was die Verbandsmitglieder hoffen lässt.
„Das Jahr 2007 lief wirtschaftlich gegen die Fußball-Weltmeisterschaft, den Jahrhundertsommer 2006 und die Mehrweg-Renaissance bei Flaschenbier im Vergleichszeitraum des Vorjahres“, so Guder, der für das vergangene Jahr ein durchschnittliches Umsatzminus von 1,8 Prozent konstatiert. So konnte unter anderem die erhöhte Mehrwertsteuer seit Januar 2007 teilweise nicht in den Preisen weitergegeben werden, belastend wirkten sich gestiegene Energiekosten, Maut und Ökosteuer auf die Erträge aus, die in Folge bei den Verbandsmitgliedern im Durchschnitt gegenüber 2006 um 4,99 Prozent gesunken sind. Verbandschef Guder rechnete beim diesjährigen Jahrespressegespräch in Düsseldorf vor, dass beispielsweise der Preis für Dieselkraftstoff binnen Jahresfrist um bis zu 29 Prozent gestiegen sei – was mit vier Cent mehr pro Getränkekasten zu Buche schlage. Und die aktuellen Gedankenspiele zu einer eventuellen „Maut-Staffel“ bedeuteten wohl eher: tagsüber richtig abkassieren und nachts „Happy Hour“.
Meldungen des Statistischen Bundesamtes „nicht nachvollziehbar“

Trotz der nicht so rosigen Aussichten vermeldet der GFGH-Bundesverband allerdings auch einen Trend zu Firmenkonjunkturen: so hätten immerhin 37 Prozent der befragten Unternehmen Umsatz- und gar 44 Prozent Ertragszuwächse verzeichnet. Wie schon in der korrigierten August-Prognose vergangenen Jahres kann Guder die Meldungen des Statistischen Bundesamtes, die den Umsatz des gesamten Getränkefachgroßhandels für das Jahr 2007 mit nominal plus 3,1 und real/preisbereinigt plus 0,2 Prozent angeben, „nicht nachvollziehen“.
Dagegen sprächen vor allem der Inlands-Bierabsatz mit einem Minus von 3,7 Prozent, die Umsätze im Gaststättengewerbe (minus 2,3 Prozent) sowie die des Getränkeeinzelhandels (minus 3,7 Prozent nominal, 6 Prozent real). „Den statistischen Positivschub für 2007“ vermutet Guder durch die Umstellung auf neue Stichproben mit anderer Systematik des Amtes ab dem…

Die vollständige Redaktion finden Sie in unserer Print-Ausgabe 08-09/2008