Red Bull und „Einfach“ Cola

von Monika Busch

„Tja, ein erstklassiges Cola zu machen, kann so einfach sein“, umschreibt Red Bull-Chef Dietrich Mateschitz die Einführung des neuen Produktes simply Cola des „Energy“-Riesen – Selbstüberschätzung, Kampfansage oder einfach nur Logisch?
Den attraktiven Markt der koffeinhaltigen Getränke will „Didi“ nicht mehr allein den Giganten Coca-Cola und PepsiCo überlassen. In einem Interview mit dem österreichischen Magazin Format sagte Mateschitz, dass mittelfristig mit simply Cola ein Umsatz in der Größenordnung von Red Bull angestrebt werde. Erklärtes Ziel: Bis 2010 will der Unternehmensboss den Dosenumsatz von 3,5 auf sechs Milliarden hieven. Dazu beitragen soll eben auch das neue Produkt und die Erschließung neuer Märkte, wie beispielsweise Japan, China oder auch Indien.
Die Idee und das Dosenoutfit gebe es bereits seit zwanzig Jahren. Auch sei die Neueinführung nicht als „Gegenangriff“ zu sehen, sondern ganz einfach „als eine Re-Kapitalisierung der Marke Red Bull im größten Getränkemarkt der Welt, dem der koffeinhaltigen Limonaden, sprich Colas“, stellt Mateschitz im Format-Interview klar. Und fügt an: „Schnoddrig ausgedrückt, könnte man sagen: Wenn Softdrink-Konzerne einen Energydrink machen, können wir genauso gut ein Cola machen.“ Die Reaktionen des Handel seien fantastisch, die Listung einhundert Prozent. Kein einziger Handelskunde habe das Produkt abgelehnt. Und überhaupt, Warum nicht?–  ist auf der website zu lesen. Die Antwort: „Und weil wir glauben, dass man Cola auch aus natürlichen Inhaltsstoffen machen kann, wie früher. Red Bull Cola kommt ganz ohne geheimnisvolle Formel aus. Im Gegenteil: Alle unsere Inhaltsstoffe sind auf der Rückseite der Dose angeführt. Dank dieser speziellen Rezeptur ist Red Bull Cola nicht nur ein Cola, sondern ein Cola der besonderen Art: strong and natural.“ Zudem sei simply Cola, das einzige Cola, das sowohl die Original-Kolanuss als auch das Cocablatt verwende, eben eine ganz spezielle Rezeptur. „Oder hätten Sie etwas anderes von Red Bull erwartet?“, heißt es selbstbewusst. Produziert und abgefüllt wird wie hätte es auch anders sein können, beim „Haus- und Hofabfüller“ Rauch. Und unbeirrt schließt der österreichische Topseller weiter auf. In Frankreich, wurde Red Bull bisher als Medikament eingestuft, jetzt wurde der Verkaufsstopp aufgehoben und eine Vertriebstochter soll in Paris gegründet werden. Bis zum Jahresende steht ein Absatz in Frankreich von 40 bis 50 Millionen Dosen auf der Agenda.
Die französische Marktöffnung wurde Red-Bull-getreu in Paris begleitet. Der Schweizer Basejumper Ueli Gegenschatz soll mit Fallschirm als Tourist verkleidet von Eiffelturm gesprungen sein. Quintessenz: Festnahme durch die Polizei. Ein Motorradfahrer soll im Bezirk La Dèfense über einen 50 Meter hohen Bogen gesprungen sein und der Triumphbogen wurde von rund 150 Red-Bull-gebrandeten Fahrzeugen umkreist.