Hamburg die 83te

Heiter bis wolkig – Windböen, vereinzelt Stürme
von Monika Busch, Fotos: dgw

Die Internorga 2009 präsentierte sich nach Fertigstellung sämtlicher Bauarbeiten mit einer Ausstellungsfläche von rund 87.000 Quadratmeter so groß wie noch nie. Rund 103.000 Fachbesucher aus dem In- und Ausland wurden gezählt, fast 8.000 Besucher weniger als 2008. Laut Messemitteilung ergab die Umfrage eines Marktforschungsinstituts, dass 49,7 Prozent der Besucher aus den obersten Entscheidungsebenen nach Hamburg kamen. Und rund 61 Prozent der Befragten hätten bereits auf der Messe geordert und würden dies noch tun.

„Das Jahr 2009 bedeutet für die Internorga einen Meilenstein“, betonte Bernd Aufderheide, Vorsitzender der Geschäftsführung der Hamburg Messe und Congress GmbH (HMC). Ein Meilenstein ganz besonders für die Braubranche. Nach Radeberger/Jever sagten diesjährig bekannterweise kurzfristig die Brauereien Krombacher, Veltins, Warsteiner und InBev „Hamburg Adieu“.
Flagge zeigten die Weißbierbrauereien und die Braugruppen Bitburger sowie Carlsberg. Für die Bitburger Brauerei steht fest: Gerade in Krisenzeiten will das Unternehmen als verlässliche Größe für seine Kunden Flagge zeigen. „Wir zeigen auf der Internorga seit zwanzig Jahren Präsenz, so auch diesjährig. Wir sind uns unserer besonderen Verantwortung gegenüber unseren Kunden bewusst und nehmen diese gerade in der aktuell schwierigen Marktsituation sehr ernst. Gerade jetzt gilt es, als starker Partner fest an der Seite der Kunden zu stehen,“ stellt Bitburger-Vertriebsdirektor Heinrich Wurster klar. „Wir haben insbesondere mit der Gastronomie Gespräche geführt und weiter Investitionsbereitschaft – bei entsprechenden Konzepten – signalisiert. Und die Entscheidung keine Preiserhöhung im Fassbierbereich durchzuführen, ist bei unseren Gastronomen mit großer Freude aufgenommen worden. Denn stabile Preise erleichtern die Jahreskalkulation und auch der Gast freut sich, wenn sein Glas Bier nicht teurer wird.“ Und das deutlichste Signal für die Gastronomie-Partner, sieht Wurster in der fortgesetzten Präsenz auf der Internorga 2009.
„Bitburger-Messeluft“ schnupperte diesjährig erstmals Dr. Werner Wolf, seit 1. März Sprecher der Geschäftsführung und Geschäftsführer Marketing/Vertrieb.
Das Stimmungsbild an den Messetagen war ein gemischtes – verhaltener Optimismus, Zuversicht und Aufbruchstimmung. Das mehrheitliche Fazit der Aussteller: Positiv. Fest steht, trotz berechtigter Kritik der vergangenen Jahre, die Hamburger Messe ist eine emotionale Bühne (selbstredend für das Controlling nicht messbar) mit Impulsgeber, Plattform für Erfahrungsaustausch, Konjunkturbarometer und natürlich Ordermarkt. Der Handel war, trotz Fernbleiben der oben genannten Brauereien komplett vertreten. Dies bestätigen die von der dgw befragten Aussteller. Ergo, an dem Freitag, als so genannten Handelstag, scheint sich diesjährig nichts verändert zu haben. Positiv betont wurde die hohe Qualität der Fachbesucher. Ein leichtes Schmunzeln, aber nicht unbedingt Verständnis brachten die ausstellenden Brauereien für einige Mitbewerber auf. Trotz Abstinenz wurden Termine mit Kunden gemacht – Treffpunkt der Messestand der Mitbewerber. Der diesjährig abstinente Vilsa Brunnen war in Hamburg mit „mobilen Telefonen“ unterwegs und stets für die Messebesucher erreichbar. Und man höre und staune: Auch ohne Messeauftritt gab es sogar Messerabattierungen.
Nach einer Kooperation am Veltins-Stand in den Jahren zuvor, war die Brauerei Maisel diesjährig wieder mit einem eigenen Stand vertreten. Auf der ehemaligen Standfläche von Warsteiner präsentierte sich auf rund 400 Quadratmeter die Nordmann Unternehmensgruppe. Der neu entwickelte Messestand Konzept „Marktplatz“ strahlte einladend mit einem bestens platzierten Produktsortiment. Der um 100 Quadratmeter erweiterte Messestand präsentierte sich an den Messetagen stets gut besucht. „Wir sind auf dem besten Weg, für unsere Partner zum Vollsortimenter zu werden. Auch im Servicebereich sind wir für alle Belange im Getränkefachgroßhandel komplett aufgestellt“, betont NGV-Geschäftsführer Uwe Albershardt. Neu im Sortiment: Kaffee von Dallmayr.
Gastro Vision: Optimistische Stimmung

Die parallel zur Internorga veranstaltete Gastro Vision prägte eine gute Stimmung bei den rund 60 Ausstellern und etwa 2.000 Besuchern in den Räumen des Empire Riverside Hotels. Berichtet wird von besonders „hochwertigen Kontakten auf der Entscheiderebene“. Aufgrund der deutlich strengeren Zugangskriterien seien die Streuverluste fast Null, jeder Gast in Hamburg ein potenzieller Kunde. Insbesondere Neulinge seien von der Qualität der Kontakte positiv überrascht gewesen. Die Gastro Vision sei ein „Türöffner für alle, die in der gehobenen Gast-ronomie, Tophotellerie und Catering Fuß fassen wollen“, betont Tilmann Muth, Dr. Schnell Chemie GmbH. Und Miriam von Chamier, Key Account Manager von Arc International berichtet erfreut, dass ihre Kontaktbücher voll seien. Und genau dieses sei gewollt.
Einhellige Meinung: Die Krise sei ein vorübergehendes Phänomen. Das Vertrauen in die Premium-Strategie als langfristiger Trend ungebrochen. Optimismus und Tatendrang waren deutlich spürbar. Die meisten Aussteller setzen gerade jetzt auf unternehmerischen Mut, kreative Marketingkonzepte und neue Ideen. Großen Zuspruch erfuhr auch die diesjährige Jubiläumsparty unter dem Motto „10 Jahre Gastro Vision auf St. Pauli“. …

Die vollständige Redaktion finden Sie in unserer Print-Ausgabe 03/2009