Kommt Blasenschwäche Flugreisende bald teuer zu stehen?

Möglicherweise ist die Welt bald um eine Abzock-Methode reicher. Anders kann man die Überlegungen der irischen Billigfluglinie Ryanair, möglicherweise die Benutzung ihrer Bordtoiletten gebührenpflichtig zu machen, nicht nennen. Ein Euro pro Toilettengang ist dabei im Gespräch. Der Unternehmensvorstand hatte in einem BBC-Interview erklärt, es sei vorstellbar, die Toilettentüren der Flugzeuge mit Münzeinwurfschlitzen zu versehen, was bereits von Konsumentenschutzorganisationen kritisiert worden war.
Kurz zuvor hatte sich die Fluggesellschaft bereits mit der Ankündigung der Schließung sämtlicher Check-In-Schalter bis zu Jahresende „beliebt“ gemacht, um die Kosten weiter zu drücken. Auch bei anderen Fluggesellschaften wird mittlerweile Gepäck extra berechnet, teurer wird es vor allem, wenn der Fluggast bei der Online-Buchung die Gepäckangabe vergisst und diese nachträglich in Anspruch nehmen will. Die geplante Toilettenabzocke wurde damit begründet, dass man ja auch bei der Toilettenbenutzung beispielsweise am Bahnhof zahlen müsse. So kann man das natürlich auch sehen, wenn man den Komfort der Fluggäste im Sinne des Profits noch weiter hinten ansiedeln will.
Klar, Kosten sparen will und muss jeder, ob dies allerdings der richtige Weg ist, darf bezweifelt werden, von den vielen sonstigen Gebühren, die ursprüngliche Billig-Tickets oft drastisch verteuern, mal ganz abgesehen. Für eine Extra-Gebühr kann man mittlerweile sogar bevorzugt ins Flugzeug steigen – wer‘s denn braucht, in Ordnung, aber das liegt ja im eigenen Ermessen. Wie oft man „muss“ aber meistens nicht.
Dann sollte man wirklich den Rat einer Konsumentenschutzorganisation befolgen, welche im Rahmen der Toilettengebühr dazu aufrief, den Konsum der ohnehin überteuerten Getränke in Ryanair-Fliegern besser sein zu lassen. Für Flugäste mit Blasenschwäche oder für Familien mit Kindern (oder beides) könnte jedenfalls die Toilettengebühr im Flugzeug – wenn sie denn wirklich kommen sollte – ein ziemlich teuer Spaß werden. Aber halt, vielleicht könnte man damit ja auch die Deutsche Bahn sanieren. Vielleicht entwickelt sich ja daraus ein neuer Volkssport: Manipulation von Münzeinwurfschlitzen …