Konsum in der Krise, Krise beim Konsum – oder selbstbewusst in ein schwieriges Jahr?

von Monika Busch, Fotos: dgw, Grafik: Georg Erhardt

Die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise sind beim Verbraucher noch nicht angekommen, die Konsumstimmung zeige sich über die letzten Monate hinweg erstaunlich widerstandsfähig, lautet das Resümee der GfK Marktforschung, Nürnberg.

Für das aktuelle Jahr 2009 prognostiziert die GfK ein leichtes Konsumwachstum von bis zu 0,5 Prozent. Allerdings werde der Konsum den Export als Konjunkturmotor nicht vollständig ersetzen können. Hierzu bewege sich die Konsumstimmung insgesamt auf zu bescheidenem Niveau. Die Nürnberger Experten gehen überwiegend davon aus, dass sich die Krise vermutlich erst 2010 auf den Arbeitsmarkt und damit auf das Konsumverhalten auswirken wird. Das beschlossene Entlastungspaket könne die aktuelle Krise nicht aufhalten, aber die Konjunktur und damit den Arbeitsmarkt stabilisieren.
Wirtschaft und Politik sind gemeinsam gefordert, um Arbeitsplätze zu erhalten, neue zu fördern, Vertrauen zu schaffen und Maßnahmen zur finanziellen Entlastung durchzusetzen. Reformprozesse, wie beispielsweise bei der Steuerreform müssen fort- und umgesetzt werden und nicht als wahltaktische Maßnahmen betrieben werden. Die wesentliche Besserung der Konsumneigung seit September 2008 ist ursächlich bedingt durch den merklichen Rückgang der Benzin- und Heizölpreise. Diese Rückgänge, so Rolf Bürkl, Senior Research Consultant der GfK Marktforschung, wirkten wie ein Konjunkturprogramm, das ohne zusätzliche Neuverschuldung auskomme. Nach Schätzungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) werden Verbraucher und Unternehmen durch die massive Verringerung der Energiepreise in einer Größenordnung von 25 bis 30 Milliarden Euro entlastet. Zudem darf eine Reihe von Arbeitnehmern aus der Rückerstattung der Pendlerpauschale einen zusätzlichen Geldsegen erwarten. Erstattungen von teilweise mehr als eintausend Euro stärken die Kaufkraft in vielen Haushalten.
Weitere Impulse werden aus dem jüngst beschlossenen Konjunkturpaket erwartet. Der Konjunkturpessimismus wurde hierdurch etwas abgeschwächt. Gestützt wird die Verbraucherstimmung durch eine Inflationsrate von zuletzt unter einem Prozent sowie die Abwrackprämie für Altautos.
Eine derzeitige „Kauflaune“ hat die GfK aufgrund einer stabilen Kaufkraft, finanzieller Kaufanreizen des Staates sowie Rabattangeboten analysiert. Forciert durch Auslobung von vergleichbaren Prämien von Unternehmen aus den Bereichen Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräten.
Die Konsumfreudigkeit bezüglich „des kleinen Luxus“ steigt seit Monaten stetig, so die GfK. Weniger im Bereich größere Investitionen. „Der kleine Luxus“ findet sich für den Verbraucher vor allem im Lebensmittelhandel. „Wenn schon kein neuer Kühlschrank, dann soll der alte wenigstens gut gefüllt sein, lautet derzeit das Konsummotto“, so Wolfgang Twardawa, Division Manager Strategic Marketing GfK Panel Services. Verstärkt werde wieder das genannte Cocooning. Es wird wieder mehr in den „eigenen vier Wänden“ stattfinden.
Das Budget, welches nicht außer Haus ausgegeben wird, wird für Lebenmittel „inhouse“ ausgegeben. Der Geldbeutel regiert beim Einkauf. Bei einem Drittel aller Haushalte, so die Nürnberger Marktforscher, sei die finanzielle Situation in der Krise immerhin so angespannt, dass sie zwar bei ihren Einkaufspräferenzen bleiben, aber „cleverer“ einkaufen. Und knapp 50 Prozent aller Haushalte erwiesen sich als krisenresistent. Sie setzten weiterhin auf Qualität und (Premium-)Marken.
Zu den Gewinnern werden sicherlich Discounter und „Billig-Marken“ zählen. Aber auch das Premiumsegment und Marken mit hoher Kundenbindung würden die Krise besser überstehen und gestärkt aus ihr hervorgehen.
Häufiger nachgefragt würden Fertiggerichte, Convenience-Produkte oder Softgetränke. Sparen werde der Verbraucher eher bei Produkten wie beispielsweise Kaffee, Spirituosen oder Wein. Zum Einen weil er weniger davon konsumiere, und zum Anderen, indem er auf günstigere Produkte mit den gleichen Eigenschaften zurückgreife. Der Gesamtindikator prognostiziert für März 2009 einen Wert von 2,6 Punkten nach revidiert 2,3 Zählern im Februar.

Ein „echtes“ Konjunkturprogramm

Hotellerie und Gastronomie setzten laut Statistischem Bundesamt 2008 nominal 0,1 Prozent mehr um, das reale Minus wird mit 2,5 Prozent beziffert. Insbesondere im vierten Quartal 2008 rutschten die Umsätze sprichwörtlich in den Keller.
„Seit Oktober sind die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise deutlich zu spüren. Die Prognosen für das laufende Jahr lassen nichts Gutes erwarten“, kommentierte Ernst Fischer, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättengewerbes (DEHOGA Bundesverband), die veröffentlichten Ergebnisse. Angesichts der eingetrübten Konjunkturaussichten blickten die Gastronomen und Hoteliers sorgenvoll in die Zukunft.
Besonders hart treffe es Betriebe, die in nennenwertem Umfang von Tagungen und Geschäftsessen abhängig seien. Der Sparkurs der Firmen mache  …

Die vollständige Redaktion finden Sie in unserer Print-Ausgabe 04/2009