Let’s talk about Anuga 2009 – Konjunkturbarometer

von Monika Busch, Fotos: dgw

„Von Krise war auf der Anuga nichts zu spüren“, bilanzierte Dierk Frauen, Präsident des Bundesverbands des Deutschen Lebensmittelhandels (BVL). „Die Messe hat gezeigt, dass die Ernährungsbranche auch in schwierigen Zeiten stabil ist.“
Jürgen Abraham, Vorsitzender der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), betonte: „Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zeigt sich die wichtige Funktion der Lebensmittel- und Getränkeindustrie, die national und international auf eine stabile Geschäftslage mit weitgehend sicheren Arbeitsplätzen blicken kann. Die Anuga 2009 hat ihre führende Rolle für die internationale Ernährungsbranche besonders in der gegenwärtigen Wirtschaftskrise eindrucksvoll bestätigt. Jedoch, trotz dieser positiven Grundstimmung leidet die Ernährungsindustrie in Deutschland unter dem harten Verdrängungswettbewerb. Deutsche Qualität punktet im internationalen Geschäft, national aber dominiert der Preiswettbewerb. Unser Ziel muss es sein, in Deutschland einen Wettbewerb um die besten Produkte und nicht um die niedrigsten Preise zu führen.“
Positiv urteilte ebenfalls Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes e. V. (DEHOGA): „Die Anuga 2009 erwies sich einmal mehr als Trendbarometer für die internationale F-&-B-Branche. Trotz wirtschaftlich herausfordernder Zeiten erfreute sich die Leitmesse der Ernährungsindustrie des uneingeschränkten Zuspruchs bei den gastgewerblichen Unternehmern.“
Mit rund 153.500 Fachbesuchern aus über 180 Ländern lag der Besucherzuspruch unter dem Ergebnis der Vorveranstaltung. Gezählt wurden rund 93.500 Besucher (61 Prozent) aus dem Ausland. Aus 97 Ländern präsentierten sich 6.522 Aussteller auf einer Bruttoausstellungsfläche von 287.000 Quadratmetern. Der Anteil der aus Deutschland vertretenen Unternehmen wird mit 888 Ausstellern und 130 zusätzlichen Unternehmen beziffert.  Laut der vorläufigen Besucherbefragung gaben nahezu 70 Prozent der Befragten an, ausschlaggebend oder mitentscheidend bei Einkaufs- und Beschaffungsentscheidungen des Unternehmens zu sein. Und 18 Prozent bezeichneten sich darüber hinaus als beratend bei Einkaufsentscheidungen.  Der Besuch aus den Ländern des Nahen Ostens stieg um 30 Prozent, die Zahl asiatischer Einkäufer steigerte sich um etwa 10 Prozent. Um 20 Prozent stieg die Besucherzahl aus Afrika.
Das 2007 gestartete Konzept der Anuga – „10 Fachmessen unter einem Dach“ – hat sich bewährt. Die Stimmung in den Hallen: durchweg optimistisch.
Bestimmendes Thema diesjährig: „Corporate Responsibility (CR)“ – sozial und ökologisch verantwortliches Management, nachhaltiges Wirtschaften und Health & Functional Food. Vorgestellt wurde auf der Anuga eine gemeinsame Studie von BVE, GfK und Roland Berger Strategy Consultants.  Ganzheitlich wurde das Thema CR für die Ernährungsindustrie und den Lebensmittelhandel analysiert. Einstellungen der Konsumenten wurden mit ihrem tatsächlichen Kaufverhalten verglichen. Fazit: Der zielorientierte Einsatz von CR-Aktivitäten kann, unabhängig von der Größe der Unternehmen und ihren Produkten, zu einem entscheidenden Imagefaktor und Treiber des wirtschaftlichen Erfolgs werden. „Nachhaltiges Wirtschaften ist eine Verpflichtung für die Ernährungsindustrie, weil sie von einer intakten Umwelt und einwandfreien natürlichen Ressourcen abhängig ist. Es ist aber angesichts langfristig steigender Rohstoff- und Energiepreise auch eine Frage der betriebswirtschaftlichen Vernunft und deshalb keineswegs ein kurzfristiger Trend“, analysierte BVE-Geschäftsführerin Dr. Sabine Eichner Lisboa.  Nicht mehr so deutlich im Fokus wie vor zwei Jahren: der Biotrend. Die GfK prognostiziert eine „kurzfristige Delle“ für die wachs …

Die vollständige Redaktion finden Sie in unserer Print-Ausgabe 11/12/2009