Liebe Leser, in dieser Kolumne kommen Sie zu Wort. Schreiben Sie Viktor, er wird auch niemanden verraten. Großes Ehrenwuff!

Viktor

Welt-Wirtschaftskrise! Die Katzen waren´s

Ich konnte die gegenwärtige Krise überhaupt nicht verstehen. Was interessiert mich auch die globale Weltwirtschaft? Dann aber erzählte mir ein befreundeter Rüde eine unglaubliche Geschichte und alles war für mich auf einmal sonnenklar. Aber hört selbst:
Um die Vorherrschaft über uns Hunde zu bekommen, hat der Rat der Katzen-Oberen beschlossen sich massiv zu vermehren. Sie wollten eine unüberwindliche Übermacht erschaffen. Dazu musste das Nahrungsangebot national massiv vergrößert werden. Deshalb haben sie beschlossen in ausgewählten Fresshütten den „Napf“ einzuführen. Vorrangig für die ärmeren Kollegen, den faulen Katern, die schon morgens am Tresen der Wirtshäuser abhängen. Hier konnten sie sich nun auf „Deckel“ mit Strich vom Wirt, also Kredit, so richtig fett fressen. Denn nur fette Kater sorgen für strammen Nachwuchs.
Das sprach sich in Deutschland unter den blöden Katern natürlich schnell herum. Also saugten immer mehr dieser dubiosen Kunden an den Kredit-„Näpfen“.
Der Inhaber musste sich um die Bezahlung seiner „Näpfe“ keine Sorgen machen. Das große Fressen war ja vom obersten Rat der Katzen abgesegnet. Da sich auch die blöden faulen Kater um die Bezahlung keine Sorgen machen mussten, war der Preis pro Napf ja allen egal. Also erhöhte der Inhaber der Fresshütten sukzessive die Preise für den Katzen-„Napf“ und erhöhte damit auch extrem seinen Umsatz.
So weit so gut. Dann kam aber was kommen musste. Die Banken erkannten den neuen Trend. Ein junger und dynamischer Banker, gerade mit dem Studium fertig und schon in verantwortungsvoller Stellung, bemerkte den Erfolg der Fresshütten. Zur Absicherung des Erfolges hat er dem Inhaber sofort und ungefragt eine unbegrenzte Kreditlinie zur Sicherung seiner Liquidität angeboten. Um die Deckung hat er sich keinerlei Sorgen gemacht, weil er ja die Schulden-Deckel der blöden Kater als Deckung hatte.
Banker denken ja immer in sogenannter Refinanzierung. Also transferierte er die Deckel der Kater an einen geschniegelten und topausgebildeten Investmentbanker einer internationalen Bank mit örtlicher Dependance.
Der gewiefte Investmentbanker machte aus den Kater-„Deckeln“ sogleich verbriefte Schuldverschreibungen mit so klangvollen Namen KATZENKLO®, FRESSNÄPFCHEN®, KATZENSTREU®
Diese Papiere liefen unter der Bezeichnung FOKIL´s (Freundliche Omas die Katzen lieben) und wurden vorrangig von den Investmentbankern auch an diese Zielgruppe mit sattem Aufschlag verkauft. Bleibt natürlich noch zu erwähnen, dass sämtliche Transaktionen durch eine nigerianische Online-Versicherung per Telefon kostenpflichtig abgesichert wurden.
Daraufhin wurden sie spontan von angesehenen Rating Agenturen (gegen lebenslanges kostenloses Katzenfutter) mit traumhaften Bewertungen versehen. Niemand verstand zwar, was die Abkürzungen dieser Produkte bedeutete oder was genau diese Papiere beinhalteten, aber dank steigender Kurse und hoher Renditen wurden diese Konstrukte ein Renner auch für institutionelle Investoren.
Vorstände und Investmentspezialisten der Banken zahlten sich selbst Boni und Tantiemen in dreistelliger Millionenhöhe aus. Alle waren zufrieden und es lief wie geschmiert.
Doch eines Tages, obwohl die Kurse immer noch stiegen, stellt ein Controller (der inzwischen wegen seiner negativen Arbeitsweise entlassen wurde) fest, dass es an der Zeit sei, die ältesten Deckel langsam fällig zu stellen.
Überraschenderweise konnten weder die ersten verfressenen Kater noch die später auf Deckel schmausenden Kater ihre Schulden bezahlen.

FRESSNÄPFCHEN® verliert schlagartig 95 Prozent an Wert, KATZENSTREU® geht es nicht besser, nur KATZENKLO® stabilisiert sich bei einem Verlust von 50 Prozent.

Die industriellen Katzenfutter-Lieferanten hatten extrem lange Zahlungsfristen gewährt und zudem selbst in FOKIL´s investiert. Sie gingen Konkurs. Fresshütte kam unter staatliche Aufsicht und wurde nur durch Steuergelder gerettet. Sonst hätten am Ende noch alle Katzen verhungern müssen. Der junge Investmentbanker wurde Gastwirt und ist immer noch von seinem Geschäftsmodell überzeugt. Vorsicht also beim Freibier! Der Bankvorstand verzichtet schmerzlich für das abgelaufene Geschäftsjahr auf den Bonus und erteilt allen Katern Hausverbot.
So oder so ähnlich muss es wohl gewesen sein.

Alles verstanden?  Gut dass das nicht in der menschlichen Wirtschaft passieren kann. Oder?
Daher mein Rat: Traue niemals einer Katze!!!

Eine schöne, „Kater“-freie Zeit wünscht Euch

Euer Viktor