Liebe Leser, in dieser Kolumne kommen Sie zu Wort. Schreiben Sie Viktor, er wird auch niemanden verraten. Großes Ehrenwuff!

Viktor

Vorsicht Wild …

Frauchen achtet immer sehr darauf, dass mir nichts zustößt. Ich hatte ihm auch schon einmal den Vorschlag gemacht, einem Tierschutzverein beizutreten, konnte mich aber bislang nicht mit meiner Idee durchsetzen. Frauchen hat nämlich immer behauptet, es brauche keine anderen, die sich um mich und mein Wohlergehen kümmerten, das schaffe es schon selbst. Ob ich etwa Grund zur Kritik hätte? Natürlich nicht! Und außerdem: Bei diesen Tierschützern und ihren Organisationen gebe es schon ein paar sehr spezielle Exemplare. Ich hatte von den meisten Vereinen noch nie etwas gehört, aber vielleicht lese ich ja auch die falschen Zeitungen. Aufgefallen sind mir aber trotzdem die Mitglieder von PETA.
Die haben doch jetzt tatsächlich offiziell den niedersächsischen ­Spirituosenhersteller Mast-Jägermeister aufgefordert, seinen „Jägermeister“ in „Waldmeister“ umzubenennen. Die Jagd sei nun einmal etwas ganz Schlimmes, nämlich die hinterhältige Tötung von wild lebenden Tieren in unseren Wäldern. Dieses „allgegenwärtige Massaker“ habe nichts mit Tier- oder Waldschutz zu tun, so PETA, und deshalb müsse jetzt die Namensänderung als Zeichen sein. „Super Idee“, habe ich mir gedacht, „da werden sich Wildschweine, Hirsche, Rehe und erst die Hasen aber freuen, wenn es demnächst im Spirituosenregal keinen Jägermeister mehr gibt, sondern stattdessen Waldmeister.“
So richtig durchdacht ist der Vorschlag von PETA natürlich nicht. Sollte Mast-­Jägermeister der Forderung von PETA nachkommen und sein Produkt in „Waldmeister“ umbenennen, dann stehen garantiert die Freunde von foodwatch auf der Bühne und verleihen Jägermeister den Goldenen Windbeutel, weil im Schnaps gar kein Waldmeister drin ist. Und es gibt noch mehr Beispiele, warum der Vorschlag nicht zu Ende gedacht ist: Gibt es demnächst in Kneipen ein Waldschnitzel, weil Jägerschnitzel nicht mehr geht? Obwohl PETA natürlich auch glauben könnte, im Jägerschnitzel sei Jäger drin (was denen sicherlich gefallen würde).
Auch für mich persönlich hätte diese Umbenennung Konsequenzen, wenn auch nicht so tragische: Beim täglichen Spaziergang mit Frauchen würde ich mein Bein dann eben an einem Waldzaun heben#…

Euer Viktor