Im Dialog mit dem Terroir – ein Besuch bei deutschen Burgunder-Winzerinnen und -Winzern
von Monika Busch, Fotos: dgw
Noch vor wenigen Jahrzehnten galten deutsche Burgunderweine als Randerscheinung im Schatten des Rieslings. Heute erleben sie eine Renaissance, die als „Burgunderwunder“ deklariert wird – ein qualitativer Quantensprung mit internationaler Strahlkraft. In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich eine stille Revolution vollzogen: Spätburgunder, Weißburgunder und Grauburgunder haben sich zu eigenständigen Aushängeschildern entwickelt, die sowohl national als auch international für Aufmerksamkeit sorgen.
Mit präziser Kellertechnik, wachsendem Terroirbewusstsein und einem neuen Selbstverständnis der Winzer hat sich das Qualitätsprofil dieser Rebsorten gewandelt. Was einst als Nischenprodukt galt, ist heute ein dynamisches Segment mit wachsender Exportkraft, stilistischer Vielfalt und hoher gastronomischer Relevanz. Das sogenannte deutsche Burgunderwunder steht für mehr als nur gelungene Vinifikation, es ist Ausdruck eines kulturellen und klimatischen Wandels, der die deutsche Weinlandschaft nachhaltig prägt.
In Deutschland erstreckt sich der Anbau von Burgundersorten mittler weile über etwa 32.000 Hektar, was rund einem Drittel der gesamten Rebfläche entspricht. Besonders dynamisch verlief die Entwicklung bei den weißen Burgundersorten: Seit dem Jahr 2000 hat sich ihre Anbaufläche auf über 18.000 Hektar verdreifacht, was den Wandel in der Sortenpräferenz und die gestiegene Nachfrage deutlich unterstreicht.
Die Burgundersorten profitieren in Deutschland von einem gemäßigt kühlen Klima, das ideale Voraussetzungen für eine ausgewogene Reife bietet. Die Vielfalt der Terroirs – von den sonnenverwöhnten Lagen Badens bis zu den steilen Schieferhängen der Ahr, von der Mosel bis nach Sachsen – ermöglicht eine beeindruckende stilistische Band breite der Weine.
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