Konsumrückgang, Sortenverschiebungen und strategische Antworten der Branche
von Monika Busch
Das aktuelle Preis- und Kostenradar „Deut scher Biermarkt“ von Roland Berger verdeutlicht die angespannte Lage der deutschen Brauwirtschaft. Die Branche steht unter erheblichem Druck, ausgelöst durch die kritische Kombination aus rückläufigem Absatz und deutlich gestiegenen
Produktionskosten. Besonders kleine und mittel ständische Brauereien geraten zunehmend unter einen massiven Ergebnisdruck, da die
Kostensteigerungen der vergangenen Jahre schneller vorangeschritten sind, als die Preise im Handel angepasst werden konnten.
Auch angekündigte Preiserhöhungen werden diese Schere nur teilweise schließen, sodass weitere Maßnahmen unausweichlich erscheinen. Zusätzlich sind die Brauereien gefordert, Effizienzpotenziale zu identifizieren und konsequent umzusetzen sowie ihre strategische Ausrichtung und ihr Produktportfolio an die veränderten Marktbedingungen und das sich wandelnde Konsumentenverhalten anzupassen.
Der weltweite Bierkonsum befindet sich seit Jahren im Rückgang. Besonders deutlich zeigt sich dieser Trend in Deutschland: In den vergangenen 31 Jahren sank der Pro-Kopf-Verbrauch um rund 35 Prozent. Zu den zentralen Ursachen zählen eine kritischere Haltung gegenüber Alkohol, ein stärker ausgeprägtes Gesundheitsbewusstsein sowie veränderte Trinkgewohnheiten jüngerer Generationen. Diese Entwicklungen haben die Präferenzen der Konsumenten spürbar verschoben: Der Konsum klassischer Biere nimmt ab, während alkoholfreie Varianten und Biermischgetränke an Bedeutung gewinnen. Deren wachsender Marktanteil konnte den Rückgang der insgesamt verkauften Mengen jedoch nicht kompensieren.
Um die Wettbewerbsfähigkeit der Brauereien angesichts rückläufiger Absätze, veränderter Konsumgewohnheiten und steigender Kosten langfristig zu sichern, wird die Branche sowohl weitere Preisanpassungen am Markt durchsetzen als auch zusätzliche strukturelle Maßnahmen ergreifen ..
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