Zahlen, Daten, Fakten…

Qualität hat ihren Preis! Farbe bekennen…

Krombacher weiter auf der Erfolgsspur
Nachhaltiges Investment für Markenpower und Neueinführungen

Bitburger spürt Dosenpfand noch deutlich
Führende Gastronomieposition gefestigt

Brau Holding International modelliert die Südachse Kulmbacher AG übernimmt fränkische Traditionsbrauerei und setzt auf Kompetenz als Anbieter mit breitgefächerten Bierspezialitäten

Gegenmodell: RB Brauholding
„Wenn die Strategie eine Erkältung hat, wird morgen Fieber kommen.”

Brauerei C. & A. Veltins
Zukunftsweg: Privatbrauerei mit Marktverankerung

In sechster Generation:
„Die kleine Persönlichkeit“ Familienunternehmen stellt Weichen für die Zukunft

von Monika Busch

Traditionsgetränk Gerstensaft:
Mit hohen Investitionen neue Zielgruppen im Visier

Fusionieren, Konsolidieren, Verkaufen, Aufgeben… Der deutsche Biermarkt ist in Turbulenzen geraten. Der klassische Biermarkt ist rückläufig. Neue Geschmacksrichtungen, aber auch Trend- und Kultprodukte für neue Zielgruppen sollen den traditionellen Markt erobern. Wie beispielsweise, milde Biere, Biermixgetränke mit Wellness- oder Energiegetränken oder aber auch mit Fruchtsäften. Angebot und Vertriebswege verändern sich, Nischen entstehen.

„Deutschlands Brauer müssen stärker um junge Konsumenten kämpfen”, lautet eine These von Michael Scherer, Geschäftsführer der Sozietät Norddeutscher Brauereiverbände. Überhaupt nicht rosig sieht Scherer die Gesamtsituation der heimischen Brauwirtschaft: „Wir haben weiterhin Überkapazitäten am Markt, einen sinkenden Pro-Kopf-Verbrauch und keine vernünftige Preisentwicklung”, zieht Scherer Resümee. Im Gegensatz zu so manch anderem Industriezweig könne die Masse der deutschen Brauer mit ihrer Produktion nicht einfach in Billiglohnländer ausweichen. Unbefriedigend sei auch die derzeitige Preissituation. Wegen der Dosenbepfandung habe die gesamte Branche erheblich in neue Mehrweggebinde und Kästen investiert. Diese Zusatzinvestitionen seien nicht geplant gewesen und würden die Ergebnisse mindern. Auch hätten die großen Brauereien die Preiserhöhungen nicht mitgetragen, welches zu Lasten der mittelständischen Anbieter gehe. Scherers Antwort auf die demographische Entwicklung: „Die Brauwirtschaft muss vor allem junge Konsumenten wieder an das Bier heranführen. Biermischgetränke sind eine gute Alternative, allerdings scheint die Vielfalt für diese Zielgruppe noch nicht attraktiv genug.”

Absatzrekorde erzielte im vergangenem Jahr tatsächlich eine Niedrigpreismarke. Von Original Oettinger mit 16 Biersorten wurden rund 6,4 Millionen Hektoliter abgesetzt. Mittlerweile wird die bayerische Brauerei Oettinger als „Bier Aldi” bezeichnet. Das Konzept von Brauereichef Günther Kollmar: Direktbelieferung ohne Handel, keinerlei TV-Werbung, keine Gastronomiebindung. Durch die Übernahme der Braustätte von Hannen in Mönchengladbach – seit Mitte 2003 –  macht Original Oettinger auch in NRW den Premiumanbietern das Leben schwer. Sven Bischoff, Geschäftsführer der Privatbrauerei Bischoff in Winnweiler kritisierte ebenfalls scharf den „Bierpreiskrieg”. Der Preis solle die Hochwertigkeit des Bieres widerspiegeln. Für Bischoff ist im europäischen Vergleich der Preis für eine Kiste Bier viel zu niedrig. Statt ständig neue Aktionen zu ersinnen und „mit Aktionspreisen den Geiz-ist-geil-Trend aufs Bier zu übertragen”, sollten die Brauereien sich lieber für die schrittweise Anhebung des Bierpreises stark machen. Eine Differenzierung ist nur durch ein hohes Investment in Marken und Markenpflege möglich. Enorm investiert wird derzeit in Gebinde und Kästen. So wurden beispielsweise in Zusammenarbeit von Brauereien und der Behälterglasindustrie Individualflaschen entwickelt, die nicht nur für eine Markendifferenzierung stehen, sondern nachhaltige Impulse für die Produktsortimente setzen sollen.

Die Zukunft des Getränkemarktes liegt nach Ansicht von Branchenkennern vermehrt in der Vielfalt der immer schnelllebigeren „Trends”. So könnten unzählige kombinierbare Varianten in der Ausstattung Erscheinungsformen schaffen, die mit dem Stil der Produktkommunikation korrespondieren. Modernes Bierkastendesign verleite zu Spontankäufen. „Die Verbraucher wollen bei der Kaufentscheidung angenehm überrascht, inspiriert, verführt und neugierig gemacht werden“, betont Michael Frerker, Geschäftsführer der Fachvereinigung Behälterglas.